Buschka entdeckt Deutschland

Anna und ihre Jungs aus’m All

Veröffentlicht am: 18. Juli 2010, 11:20

Wer sich einigermaßen für Deutschrock interessiert, kennt auch DDR-Bands wie City, Karat, und natürlich Silly, stark und schillernd verkörpert durch Frontfrau Tamara Danz. Nach ihrem Krebstod 1996 schien die Ära Silly vorbei - bis die längst noch nicht spielmüden Herren Hassbecker, Barton und Reznicek 10 Jahre später Gastsängerinnen und -sänger um sich versammelten, und als “Silly & Gäste” auf Tour gingen. Schließlich wurde daraus die Große Liebe zu Schauspielerin Anna Loos, die seitdem das sängerische Erbe von Tamara Danz angetreten hat. Im März erschien das erste Album in der neuen Besetzung - mit komplett neuen Songs, die das Silly-Repertoire ab sofort erweitern werden.
Am Freitag landete dieses “Ost-Ufo” nun im Mainzer Volkspark, und verzauberte das beglückte Wessi-Publikum südlich des Rheins.
Anna Loos wirbelte im schwarzem Top, knackiger kurzer Jeans und Netzstrumpfhose über die Bühne, und die Herren standen so braungebrannt, langhaarig, ledrig und schlicht präsent auf der Bühne, als hätte es nie etwas anderes als die aktuelle Formation gegeben.
annaneu
Das lauschig-gemütliche Open-Air-Gelände war allerdings nur mäßig besucht, gefühlte 2.000 Besucher schienen es mir zu sein. Vor der Bühne hätte man locker grillen können, und es dauerte eine ganze Weile, bis der Funke übersprang. An Silly selbst lag es nicht - die Altherren mit wohlgewählter und gutgelaunter Gesangsdame nebst weiteren Livemusikern gaben von Anfang an alles; Anna schenkte mir bloß das gesamte Konzert über nicht mal einen Blick, obwohl ich in der zweiten Reihe stand - hm… …Einzelschicksal.
sillyneu
Die neue Formation brachte gleich zu Beginn selbstbewußt ganze sieben Stücke des neuen Albums ALLES ROT hintereinander - und das Experiment funktionierte, auch dank der wunderschönen Ballade “Findelkinder” und der starken ersten Single “Ich sag nicht ja” in diesem Block.
Dann packte mich die Ostalgie: ich hörte DEN Klassiker “Mont Klamott” zum ersten Mal live! Auch wenn Wildfang Anna Loos mit ihren hin- und hergeworfenen Haaren und ganz eigener Persönlichkeit damit Tamara Danz nicht kopierte, hatte ich manchmal ein wenig das Gefühl, die löwenmähnige DDR-Rockerin vor mir zu sehen. Für mich kein Widerspruch. Schöne Momente. Es folgte ein Block aus der Elektroakustik-Tour, “Flieg”, “Verlorene Kinder” und “So´n kleine Frau”.
Etwas später funktionierte dann überraschenderweise der neue Song “Kapitän” live viel besser als auf dem Album, wo ich ihn gern mal überspringe. Eine Anspielung auf die nicht genügend wahrgenommene Verantwortung der aktuellen Regierung sei das, ließ uns die Band dazu wissen.
Toll dann auch der Silly-Klassiker “Wo bist du” und das Titelstück des neuen Albums “Alles Rot”.
Als Zugabe und gleichzeitig mein persönliches Highlight dann: “Bataillon d´amour”-für mich DER Silly-Song schlechthin.
Nach “Leg mich fest” dann zum Abschluß das Tamara Danz gewidmete Stück “Sonnenblumen”, wunderschön!
Mit einer Spielzeit von 1 Std. 50 Min. hätte das Set für mich ruhig noch etwas länger sein können. Wie gesagt, sprang der Funke erst recht spät über, vielleicht erst kurz vor den Zugaben. Die Mainzer waren locker geworden, hatten sich eingegroovt. Annas Appelle wie “Wenn Euch ein Song gefällt, ist es völlig ok, den mitzusingen!” griffen leider erst zu dieser “späten Stunde”. Man hat sich beschnuppert und mögen gelernt - und ich glaube es der Band, wenn sie sagt “wir kommen auf jeden Fall wieder, Mainz!”. Also nächstes Mal von Anfang an ein bissi mehr Feuer im Arsch, liebes Publikum! Diese Band hat es verdient! Chapeau!

Bericht und Fotos: Jörg Buschka


Showgirl Marga Behrends gestorben

Veröffentlicht am: 2. Juni 2010, 1:26

Meine liebe Freundin Marga Behrends, Deutschlands ältestes Showgirl, ist Donnerstagmorgen den 20. Mai 2010 mit 102 Jahren friedlich in ihrer Wohnung in Berlin Kreuzberg eingeschlafen.
Sie war im Berlin der 1920er Jahre u.a. im Admiralspalast und auf anderen Showbühnen als Tänzerin aufgetreten, und ich durfte einige ihrer letzten Geburtstage mit ihr und einer wilden Truppe aus Musikern, Tänzern und Freunden feiern.
Danke, Marga, für die vielen schönen Feierstunden mit Dir! In der Berlin-Episode von B.e.D. ist ihre 99. Geburtstagsfeier von 2006 und ein Interview von 1998 zu sehen.

Wir werden Marga sehr vermissen - und im Himmel geht die Party jetzt erst richtig los!!


Schuld am Feiern

Veröffentlicht am: 22. Mai 2010, 12:18

Für einen Moment war es so als ob. Gleich würden sie mit fettem Bass “Es wird Regen geben!” verkünden. Wie 1993 halt, da hab´ich sie in der Messehalle Kassel gesehen. So jung wie die Fantastischen Vier jetzt Donnerstagabend im Dortmunder FZW mit dem neuen Stück “Wie Gladiatoren” die Bühne betraten, haben sie jedenfalls schon lange nicht mehr ausgesehen. Nur das ausschließliche Teeniegeschrei von damals ist etwas abgeebbt. Nu sind auch jede Menge Fast-Vierziger-Senioren wie ich dabei.
Der Gig war der letzte von drei exklusiven WarmUp-Shows im seltenen Club-Ambiente, nicht mal eine Woche nach der Veröffentlichung des neuen Albums “Für Dich Immer Noch Fanta Sie”. Vor den großen SommerOpenAirs und der HerbstTour wurden die Songs mit Live-Band zum ersten Mal vor Publikum gespielt.
Auf der für die Deutschrap-Papas vergleichsweise kleinen Bühne glänzte ein zweistöckiges, rechteckig unterteiltes LED-Arrangement mit einer zweiten Ebene in der Tiefe. Für die Frontmänner Michi Beck, Smudo und Thomas D. um ihren “Paten” Andy Ypsilon fast schon minimalistisch, aber tres superchique zu ihrer Performance.
Gleich beim zweiten Stück, der aktuellen Single “Gebt Uns Ruhig Die Schuld (Den Rest Könnt Ihr Behalten)”, gab´s die gesamte LED-Leuchtpower auf die Augen des gut gestimmten Feiervolks - und der Song ging entsprechend ab, als wär´s ein Klassiker wie “Populär”. Glanzstart.
Es war ein wirklich kuscheliger Abend mit ca. 1.400 Zuschauern.
Nachdem ich mich mit den am Eingang kennengelernten original Dortmundern Kerstin und Sven zum Kopfnicken und Hüpfen in die Crowd gestürzt hatte, war ich vor allem neugierig, wie weit sich eine echte Clubatmosphäre einstellen würde - eben auch mal deutlich weg von einstudierter (wenn auch gewohnt guter) Performance der Herren Rapper hin zum Quatschen mit der Ersten Reihe bzw. untereinander. “Tuchfühlung” hielt sich mit “Pflicht-Programm” am Ende in etwa die Waage. Es wurde einem Paar im Publikum zum Hochzeitstag gratuliert, von Smudo traditionelles StageDiving gepflegt, und sich eben lustigst mit Leuten in den vorderen Reihen ausgetauscht oder “in der großen Runde” bekanntgegeben, daß während der “tollen (fast-) Woche in Dortmund” entgegen gängiger Tour-Klischees natürlich keine Drogen konsumiert worden seien. “Außer vielleicht was geraucht”, wie Thomas einwarf. Den durch die Bank inzwischen häuslich gewordenen Vätern glaube ich das aufs Wort.
Offensichtlich am meisten Spaß mit sich und der Welt hatten die Jungs ausgerechnet beim lauschigsten Stück “Tag Am Meer”. Smudo fiel vor Lachen fast die Handtrommel (oder wie das heißt) mit dem Sand aus der Hand. Der Song klang dadurch nicht weniger intim, schmusig vertraut eben. Seit 16 Jahren schaukeln uns diese Soundwellen jetzt schon sanft die Popos am imaginären Strand in die Höhe, it´s magic! Backflash 1994.
Der übliche Fanta-Party-Wahnsinn breitete sich wie immer bei “Picknicker” und “Was Geht” aus - die Hütte tobte bis unner de Deck - es war voll, aber ohne totales Gedränge. Superangenehm.
Auch Einiges vom Vorgänger-Album “Fornika” und den neuen alten Klassiker “Troy” gab´s zu hören.
Das wirklich Besondere dieses Club-Gigs: die neuen Songs waren noch so frisch, daß sie trotz der punktgenauen Choreografien und gewohnten Professionalität der Altmeister hier und da textlich hakten. Das war die Authentizität, die ich persönlich sehen wollte - teilweise gefühlt eben noch wie mitten in der Probe.
Über das Set verteilt gab es 11 der 16 neuen Songs zu hören, darunter zwei größere Blöcke. Neben sofort gefeierten Selbstläufern wie der Thomas-D.-Nummer “Mantra”, dem großartig intonierten FastRap “Smudo In Zukunft”, und dem perfekten Schlußtrack “Was Wollen Wir Noch Mehr” wollten auch weniger eingängige Songs gespielt werden. Während das bombastelnde “Kaputt” ebenfalls schnell Freunde fand, hatten es “Die Lösung” und “Junge Trifft Mädchen” nicht ganz so leicht. Letzterer allerdings in der Live-Version deutlich stärker als auf dem Album. “Garnichsotoll” plätscherte für mich noch ein wenig vor sich hin, dafür hatte der Club bei “Dann Mach Doch Mal” eine neue Fanta-Hymne: “Jeder würd´es machen, wenn es einfach wär!”.
Gespielt wurde fast genau 2 Stunden. Am Premierentag zwei Tage zuvor hätten die Herren allerdings deutlich länger gespielt, verriet mir Jemand von der Garderobe. “Hömma, et gibt wohl immer wat zu meckern”, meinte eine dazugekommene Backstage-Maus gleich, und hatte natürlich Recht… Das neue Album gefällt mir super, es ist offener und experimentierfreudiger als sein Vorgänger “Fornika” - und den Shows der erfolgsgekrönten sprechsingenden Männer tun die neuen Stücke wirklich gut.
Der Festival-Sommer kann kommen!

Bericht: Jörg Buschka


Folklore 009

Veröffentlicht am: 31. August 2009, 6:54

Mensch, Kinder, schon wieder´n Jahr rum - am Wochenende bin ich erneutest auf dem Folklore-Festival-Gelände in Wiesbaden flaniert. Diesmal mit dem Focus auf Leute-Treffen anstatt Konzerte schauen. Das Besondere wie immer: die Mischung aus Jahrmarkt und Open Air Festival bietet angenehmes Flair für Einzelentdecker, kleine Gruppen, und eben auch ganze Familien. Neben dem offiziellen Programm hat das Zusammensein derart unterschiedlicher Besucher für mich vor allem seinen Charme durch die jungen Familien. Kinder, die einfach zufrieden spielen, nörgelnd um buntes Ökospielzeug von ´nem Stand betteln, oder applaudierend Spaß an einem der kindgerechten Bühnenprogramme haben. Meine Beobachtungen: der Freitagnachmittag begann für Festivalhungrige leider zunächst mit einer bösen langen Schlange am Einlaß. Da entstand - trotz aller guter Gesamtorga - ein Nadelör, über das sich Viele später genervt bei Drinks, leckeren Multi-Ethno-Snacks oder sensationellem Bio-Eis im Gespräch ausließen. Mißfallen über “zu viele kleine Stände” kann ich hingegen nicht verstehen; im Gegenteil: besonders der immer noch etwas stiefmütterlich besuchte Bereich hinter dem Schlachthof erstrahlte in diesem Jahr durch die schmucke Kleinkunst-Bühne (gut; da fand auch Poetry Slam statt, was ich persönlich weniger mag), einer Elektro-Area im kueschlischen Sand, ´ner Reihe weiterer kulinarischer Angebote, im Military-Look ausstaffierte Reggae-DJ-Turntables, sowie der Open-Stage-Kreativfabrik-Bühne in einem ganz neuen Licht. Die bauliche Veränderung des Geländes vorm Turm gefällt mir allerdings nicht. Fast schon stalinistisch tradiert anmutende, lange Betonklötze - treppenförmig angelegt - sollen zum Sitzen einladen (stattdessen Hämmorhoiden- und Blasenentzündungs-Gefahr). Was hat die Stadt da bloß angestellt? Gut, kann Folklore ja nix dafür. Fettes Brot habe ich mir am Abend auszugsweise angeschaut; Thema u.a. “Stasi 2.0″. Alles perfekt; Technik angenehm, Band in Hochform, Stimmung auf´m Platz! Die Hauptbühne stand dieses Jahr für das Gelände gesehen optimal - für die Stände am Eingang allerdings manchmal störend; gemütliches Flanieren litt teilweise unter der Lautstärke vom Konzert. Im Schlachthof selbst war ich kaum, weil mich persönlich - trotz des richtig (!) guten Musik-Angebots wie z.B. rumänischer Klezmer-Mucke aus Berlin - bei ´nem Open-Air-Festival eben eher das Außengelände reizt. Natürlich bietet sich logistisch die Kombi perfekt an. Bei ´ner Mini-Stippvisite in der Räucherkammer war´s mir zu stickig. Obwohl das Rauchen in solchen Bereichen inzwischen verboten ist - die Luft stand zu sehr und roch säuerlich nach allen Schweißsorten des Universums. Tolles Feature ´09: ein Erlebnis-”Flug” in einer krangehobenen Kabine bis hoch oben über der Hauptbühne. An der Neugestaltung des Geländes gefallen mir die beiden großen Sandflächen, die es flankieren. Eine als Kulisse der schon erwähnten Elektro-Area (samt Tipis), die Andere direkt hinter dem Eingang, ebenfalls von Tipis gesäumt. Im übrigen Jahr zum Beachvolleyball gedacht - mit entsprechender fester Pfosteninstallation. Da haben die Stadtväter mitgedacht! Ebenso bei den metallverstärkten Skaterblöcken in unmittelbarer Nachbarschaft.
Zurück zum Geschehen: nach Fettes Brot bot sich mir auf der großen Bühne eine Kabarettveranstaltung dar, die ich nicht verstand. Eine schwarze, über die ganze Bühne gezogene Wand, in deren Mitte sich eine weiße Tür befand. Daraus kamen lustig Personen mit schwarzen Koffern, gingen wieder hinein, änderten ihre Gangart, schlurften aneinander vorbei, oder standen zusammen und sangen russische Lieder. Als Kulisse zum lockeren Kennenlernen zweier aparter Eisenacher Damen erwies sich mir der Auftritt dann aber immerhin als hilfreich. Highlight am Samstag waren für mich auf der großen Bühne die Lokalmatadoren Frau Doktor, die im noch bei Tageslicht stattfindenden Vorprogramm von Mediengruppe Telekommander die Festivalmeute zum Springen brachten. Wagner Love habe ich leider verpaßt - zum Trost sehe ich die gut rockenden Jungs privat so ziemlich jedes Wochenende im Gestüt Renz. Die Mediengruppe mag isch net. Beastie-Boys auf Deutsch, gingen mir vor Jahren schon auf´n Keks, und so war´s auch dieses Jahr. Hab´in der Zeit am Newcomer-Stand von Clöeb und Fasan mit Kollegen und netten Partymäusen geplaudert, und Leckeres vom traditionellen Edel-Afghanen geknuspert. Danach auf der großen Bühne die Hammer-Lachshow von Maschek. Drei Jungs intonieren TV-Berichte neu, z.B. die Einweihung einer Halle durch den Papst samt “nachsynchronisiertem” Kinderchor. Klar ein Höhepunkt des Festivals. Das Trio Sorrentino ebenfalls der Knaller, und unterwegs auf de Gass Theater Gajes, eine Horde brüllend komischer szenemachender Holländer Stelzenläufer in schrägen Westernklamotten und die bezaubernden Pilze vom Theatre de la Toupine. Getränke-Muß: der leckere Club-Mate bei den Freunden vom Chaos Computer Club (nebbe de Kreativfabrik). Am Sonntag kam ich quasi zu spät. Um die große Bühne herum Rockabillies und Teds, Mussik von den Londonern Kitty, Daisy & Lewis. Stimmung weltklasse. Knappes Fazit: Musikprogramm (kann ich dieses Jahr kaum beurteilen; soweit ich´s mitbekommen habe aber:) vielfältig, also erfolgserprobt und auch genügend Neues (was viele riesige Straßenfeste wie das Darmstädter Schloßgrabenfest inzwischen nicht mehr haben; stattdessen nur totgeleiertes Coverzeugs). Gelände steriler und kühler durch die finale Gestaltung der Stadt Wiesbaden, allerdings schön belebt durch die neue Stände-Aufteilung der Folklore-Veranstalter. Auch im dritten Jahr nach Folklore im Garten kann das erweiterte Schlachthofgelände das Schloß Freudenberg für mich einfach nicht ersetzen, aber wenn es darum geht, hier durch Programmgestaltung und nach wie vor superfaire Eintrittspreise (kein Vergleich zum “elitär” gewordenen Open Ohr in Mainz) eine besondere, bunte Atmosphäre zum Wohlfühlen und Erleben zu schaffen (und das Ding war ja auch bis auf Sonntag wieder richtig gut besucht!), dann ist das 2009 wieder absolut gelungen!

Bericht: Jörg Buschka


Michael Jackson

Veröffentlicht am: 26. Juni 2009, 1:19

Michael Jackson war ein großer Teil meiner Jugend, und deshalb hat mich die Nachricht von seinem Tod schwer getroffen.
Ich war von 1988 bis 1999 auf insgesamt 13 seiner Konzerte (BAD-, DANGEROUS-, HIStory-Tour und MICHAEL JACKSON & FRIENDS), u.a. in Amsterdam, Kopenhagen und Prag. Auf dem Prager Eröffnungskonzert der HIStory-Welttournee 1996 z.B. habe ich Jackson mit 130.000 Fans live gefeiert.

Ich hatte schon so eine Ahnung, daß er die anstehende “Comeback”-Tour (die ja nur eine gezwungene Not-Einkunft war, um seine Schulden abzahlen zu können) vielleicht nicht überstehen würde, da er schon vor zehn Jahren bei Konzerten zusammengebrochen ist. Nun hat ihn die über-eiserne Disziplin, die ihm als 5jähriger schon sein Dad eingeprügelt hat, offenbar das Leben gekostet.

Bei meinen ersten MJ-Konzerten 1988 hatte ich noch keine Konzert-Erfahrung; sprich: nicht genug Wasser dabei, so daß ich zwar bei der Vor-Diva Kim Wilde noch ganz vorn stand, bei Jacksons Auftritt aber nach hinten gehen mußte. Dumm.
Später, ab der DANGEROUS-Tour ´92, packte ich dann schon “strategisch richtig” Proviant, und die richtigen Getränke zur richtigen Zeit (Anfangs beim Warten vor dem Stadion noch Wasser, weil man sich mit den anderen wartenden Fans absprechen konnte, das WC zu besuchen, ab Einlaß dann nur noch Saft und kleine Trinkpäckchen, die durch die Einlaßkontrolle kamen). Sprich: morgens um 5h vorm Einlaß warten (da, wo Andere sogar übernachteten), und ab 16h darauf gefaßt sein, daß mich ein Aufstehende-Menschen-Tsunami zum Einlaß peitscht. Die Drückerei war beim 130.000-Zuschauer-Konzert in Prag (ohne “Wellenfänger”-Absperrungen und “Pool Position”!!) sogar lebensgefährlich. Ich habe Rippenbrüche mitbekommen, mußte selbst 1997 mal mit einem Notarztwagen aus dem Kölner Stadion gebracht werden, weil ich beim Sturm auf den Innenraum mit dem Fuß umgeknickt war (bin NACH dem Konzert erst zum Arzt ;) ). Enge, Quetscherei, Hitze, viel “De-Eskalations-Taktiken” lernen, und immer wieder Anekdoten von anderen Fans mitbekommen. So fand das Konzert eigentlich den ganzen Tag über schon statt.

Viele Konzerte konnte ich aus der zweiten Reihe verfolgen, was unglaublich war, weil Jacksons energetische Moves besonders aus der Nähe eine wirkliche Attraktion waren. Allem voran natürlich der Moonwalk.
Manko: Seit der 1992er Tour sang Jackson immer weniger live. Mein alter MJ-Fan-Weggefährte Florian und ich waren dann 1996 bei der Premiere der HIStory-Tour umso enttäuschter, als es noch weniger live Gesungenes gab - stattdessen kitschige Bühnenshows mit einem blumentragenden Kind, das einen Panzer stoppt. Scheußlich. 1999 dann in München bei MICHAEL JACKSON & FRIENDS der Höhepunkt: Nach einem Mammut-Programm an Vorgruppen trat Jackson nur 45 Minuten auf, und lieferte ein enttäuschendes Programm. Eine Steigerung davon hatte ich für die geplante THIS-IS-IT-Tour in London befürchtet…

Dabei ist Michael Jackson ein wirklich guter Sänger gewesen, der auch ohne permanenten Kitsch seine Songs mal in einem “abgespeckteren” Umfeld hätte wirken lassen können.
Auf OFF THE WALL erlebt man m.E. den authentischsten Jackson, den man hören kann.
THRILLER war erfolgreich, und ich liebe das Album ebenfalls, aber es ist tausendmal totgemixt und wieder neu abgeschnubbelt worden… …OFF THE WALL klingt noch viel ursprünglicher. Obwohl man ehrlich sein muß: von Anfang an waren die JACKSON 5 und THE JACKSONS Massengeschmack. Dennoch klingen für mich Michael Jacksons Stimme und seine Ausdruckskraft durch den Wust an gefälligen Massenprodukten der Musikindustrie hindurch.

Skurril war für mich -ab 1996 spürbar- wie Jacksons Fan-Kult durch Marketing-Fuzzis vor den Stadien und vor seinen Hotels unnötig künstlich angeheizt wurde. Das war lächerlich, und er hat das m.E. gar nicht nötig gehabt.
An echten Fan-Momenten gab es wahrlich genug: ich erinnere mich an viele Situationen, wie Frauen weinend am Straßenrand gesessen und “wowww! Seine Augen! Ich habe ihn gesehen!!” gewimmert haben. Das war gruselig. Michael Jesus.
Aber ich habe auch selbst kräftig mitgemischt. in Amsterdam habe ich 1996 zusammen mit anderen Fans die Moves zu THEY DON´T CARE ABOUT US performt, und wurde dabei prompt vom King himself vom Hotelfenster aus gefilmt. In den Tagen lief ich zudem mit einem BAD-Schal um die Stirn gebunden durch die Stadt, tanzte vor irgendeiner TV-Kamera, und war ein Wochenende lang in ganz Holland bekannt, wurde von Passanten auf der Straße erkannt.
Damals bin ich auch MJs Manager Bob Jones begegnet, der mir auf meine Anfrage hin seine Visitenkarte REICHEN LIEß.
Zurück unter Jacksons Hotelfenster, wurde ich Zeuge, wie er “mystisch beschriebene” Stofftaschentücher aus dem Fenster warf, mit Zeilen wie “I cannot stick my head out of the window - the sun is my enemy”. Fans kloppten sich darum (ich bekam die Dinger nur kurzzeitig zu fassen), und ein auf seinem Fahrrad vorbeifahrender, lästernder “Anti-Fan” wurde von Jackson-Anhängern mitsamt Rad in einen Busch geworfen.
Und dann meine persönliche Ent-Ikonisierung: Nachdem ich filmreif mit vielen anderen Fans hinter Jacksons Auto hergelaufen war, gelang es mir, ihn beim Herauskommen aus dem Amsterdamer Madame Tussauds um den rechten Arm zu fassen. Ich bin also ein Zeuge: er war ein Mensch, kein Engel, keine Projektion, womöglich auch kein Außerirdischer. Dabei muß ich sowas gebrabbelt haben wie “Michael! Touch me!”. Seine “Antwort” in seinen schwarzen Mundschutz genuschelt: “No!!”. Man mag es “Unterhaltung” nennen… ;)

Vieles um die Mega-Figur Michael Jackson war mir immer suspekt, und ich kann nur ahnen, wie merkwürdig es gewesen sein muß, in seiner Haut zu stecken. Dann aber wieder gab es auch dann und wann richtig gute, tiefgreifende Interview-Momente mit ihm, in denen ich meine, seine wahre kreativ-schüchterne Natur durchblitzen gesehen zu haben. Ich hätte ihm gern einmal persönlich gesagt, daß seine Musik Substanz hat, auch ohne Show-Effekte zu begeistern. Sie begleitet mich nun schon seit 22 Jahren, und so wird es weitergehen.
Frieden für Dich, Michael Jackson!

Jörg


Archaisches aus Norwegen

Veröffentlicht am: 16. April 2009, 3:02

Wieder einmal habe ich was auf die Ohren bekommen…
Ganz zart haucht zu Beginn von Nils Petter Molvaers pressfrischem Neuling “Hamada” eine Trompete, die direkt von einem der Engel am Tor des Paradieses aufgenommen worden sein könnte… …doch dann wird schnell klar, daß ich mich mit diesem Album auf einer Achterbahnfahrt durch wohlig düstere Täler, das Mordor in mir selbst, eine Welt wie aus den EUROPA-Gruselkassetten der späten 70er Jahre befinde.
Ich habe Schwierigkeiten, das Ganze einzuordnen. Jedenfalls soll es Jazz sein. Herr Molvaer sei ein “Innovator des Europäischen Jazz”, erzählt mir die Presseinfo.
Das glaube ich gern - denn für mich klingt das alles zunächst GAR NICHT nach Jazz. Es ist progressiv, es driftet durch viele ganz unterschiedliche Klangschichten, hier und da fliegen WorldMusic-Elemente an meinem Ohr vorbei.

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Düster ist “Hamada”, aber dabei dennoch warm. So, als besuchte ich bloß einen alten Kumpel, der sich nun mal inzwischen dafür entschieden hat, sein Geld als Führer von Höllenhund-Schlitten zu verdienen, in denen es sich eigentlich ganz gemütlich fährt.
“Hamada” ist zwischenzeitlich sogar samtweich, und immer wieder funkeln winzige Tröpfchen Hoffnung aus musikalischem Tau auf der Oberfläche der Klangdecke in mein Bewußtsein.

Die einzelnen Stücke fließen wie warme Milch ineinander und durch mich hindurch, manchmal so, daß ich mir ein wenig den Mund an ihnen verbrenne.
Meine Assoziationen reichen Anfangs von Genesis über Marillion, Mike Oldfield, bis zu Sven Väth.
Molvaer greift tief in die Repertoirekiste.
Die musikalische Speisekarte bietet ein breites Spektrum - sogar die gute alte Hammond-Orgel und afrikanische Bongos sind dabei.
Im letzten Drittel wird es dann wirklich düster. Harte Gitarren und Drums treiben mir muffigen Kuttengeruch und beißendes Benzin in die Nase. Ich befinde mich in einem John-Carpenter-Film, in dem Rocker eine ganze Stadt abfackeln. Die Band aus Norwegen zaubert Irgendwas zwischen Dream Theatre und Nine Inch Nails. Was wohl mein alter Schulkumpel “Gülle” dazu sagen würde, der früher die Endzeit-Plattencover für “Morgoth” illustriert hat…?
Ein seltsam ansteckender musikalischer Totentanz, in dem immer wieder neue Tonstränge auftauchen und gleichzeitig andere in die Unendlichkeit abreißen. Mittendrin als Roter Faden eine Art “Trompete von Jericho”, die den Weg zu kennen scheint. Abgefahren!

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Ab dem 17.04.09 werden Nils Petter Molvær (Trompete), Eivind Aarset (Gitarre) und Audun Kleive (Drums) mit dem Programm auf eine ausgedehnte Tournee gehen.

Nils Petter Molvaer Live in Deutschland:

17.04.09, Hamburg, Fabrik
20.04.09, Halle, Neue Oper
24.04.09, München, Ampere
25.04.09, Rüsselsheim, Theater
01.05.09, Wolfsburg, Autostadt
02.05.09, Rottweil, Alte Stallhalle
04.05.09, Mannheim, Alte Feuerwache
22.07.09, Kassel, Kulturzelt
26.07.09, Frankfurt, Gelände am Liebighaus
(mehr Daten im November)

Artistpage:http://www.nilspettermolvaer.de
Myspace-Profil:http://www.myspace.com/nilspettermolvaer

Bericht: Jörg Buschka
Fotos: Anja Basma


CUXHAVEN Teil 9

Veröffentlicht am: 22. März 2009, 9:27

cuxhaven_9IN EIGENER SACHE: Einstellen der wöchentlichen Neuerscheinungen. Alle Infos unten nach der Inhaltsangabe.

Zur Folge:
Nach dem Plausch im Vereinsheim zieht Buschka weiter durch die einsamen nächtlichen Straßen von Cuxhaven. Er schafft es gerade noch, zwei Jugendliche vor dem übermäßigen Genuß von Alkohol zu warnen - da gerät er auch schon “an der nächsten Ecke” in eine brenzlige Situation. Er wird - was bildmäßig nur erahnbar, aber im Ton festgehalten ist - mit kompromißloser Aggression eines einzelnen gewaltbereiten Machos konfrontiert. An diesem vergleichsweise extrem harmlosen Beispiel wird klar: Gewalt lähmt, reduziert uns von einer Sekunde auf die nächste auf unsere Fäuste (usw…), platzt erfolgreich in mühsam erarbeitete, gesellschaftlich faire Umgangsformen, und rüttelt damit nachhaltig an den Grundlagen eines friedlichen Zusammenlebens. Bei Buschka hinterläßt das im konkreten Fall zunächst “nur” ungesunde Frustration, die sich später selbst in Aggression umwandelt. Hinzu kommt, daß zunächst alle Versuche, neue Interviewpartner zu finden, scheitern. Doch dann zeigt sich wieder, daß das Konzept der Sendung recht hat: in einem Partykeller feiert Petra ihren 50. Geburtstag. Mit allem, was dazugehört: Freunde in Feierstimmung, Getränke aller Couleur, feinste 70er- und 80er-Mucke, lecker Süppchen, und einer minuziös festgehaltenen, obligatorischen Gratulanten-Schlange. Und wir waren mal wieder bis nach Mitternacht für die Zuschauer am Start!

ZUM STAND DER DINGE:
Im März teilte mir Jan mit, daß er seine aktive Mitarbeit bei Buschka entdeckt Deutschland als Kameramann beendet.
Lieber Jan - an dieser Stelle ein großes Dankeschön, daß Du im Sommer 2006 dieses Projekt mit mir gestartet und - bei allem Spaß - den ganzen Improvisations- und ins-kalte-Wasser-spring´-Streß bis jetzt mitgemacht hast! Neben Deiner tollen Kameraarbeit mag ich und mögen die Zuschauer Dich natürlich auch als Protagonist und “kühlen Gegenpol” von mir, und werden Dich ganz sicher sehr vermissen! Zudem hast Du die vielen Features dieser Seite aufgebaut, und mit mir zusammen abgefahrene Vorträge zu unserem “Baby” gehalten! Bis hin zu Zeitungsinterviews und dem Dreh mit DW TV. Eine tolle Zeit! Danke!!
Inzwischen bin ich zu dem Entschluß gekommen, daß es DAS ORIGINAL, B.e.D., in einer Konstellation nicht mit einem anderen Kameramann geben wird, da das Format eben auch von unserem Zusammenspiel lebt, und das läßt sich nicht so einfach ersetzen.

DIE ZUKUNFT VON B.E.D.:
Aktuell entsteht eine abendfüllende Langfilm-Version von Buschka entdeckt Deutschland. In Zusammenarbeit mit unserem Ko-Produzenten Phil Friederichs ist eine Kino- und DVD-Auswertung geplant; bestehend aus Teilen bisheriger Episoden plus noch zu drehendem Material. Die Arbeit daran ist sehr zeitintensiv. Jan und ich haben am 20. und 21. Juli/August in Süddeutschland noch eine vorerst letzte Episode gedreht, die dann exklusiv im Film sowie evtl. als Bonusmaterial auf der DVD zu sehen sein wird.
Nach dem Erscheinen des Films geht es mit B.e.D. dann weiter, wenn es eine Form der tragfähigen Finanzierung gibt, auf die wir uns Beide einigen können, bzw. wenn es ein neues, finanziertes Format mit mir und einem neuen Team gibt.
Vorerst bleiben alle bisherigen Episoden weiterhin kostenlos online abrufbar.

Bleiben Sie dran und empfehlen Sie die Sendung weiter! Herzliche Grüße besonders an unsere lieben Stammzuschauer wie Meiky, Ralf, Maria, …und wie se alle heißen! ;)

Jörg Buschka, 22.07.2009

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CUXHAVEN Teil 8

Veröffentlicht am: 15. März 2009, 2:04

cuvhaven_8Noch einige Momente lang schwärmen die Cuxhavener Mädels von ihren Männern, und Buschka findet wieder einmal eine Gelegenheit, den “Sauerland-Stern” zu erwähnen…  Nebenbei erfahren er und Jan, daß sie auf der gefährlichsten Straße Deutschlands unterwegs waren, und die junge Cuxhavenerin Romina bewirbt sich spontan als Assistentin bei B.e.D. Dann will es Buschka wissen: er folgt einem Weg, der vom Weihnachtsmarkt direkt in die absolute Dunkelheit führt. Die fröhlichen  Stimmen verebben, und bleierne Schwärze umhüllt das kleine Reportageteam aus Südhessen. Wenig später sind dann wieder die unbekannten Adern aus Asphalt Buschkas gewohntes Zuhause - die endlosen Straßen der hier noch unentdeckten Heimat. Und wieder einmal ersinnt der Ausnahmejournalist einen genialen Plan, um dem Sinn des Lebens ein wenig näher zu kommen: ein im Sperrmüll schon aufgegebener, halb luftleerer Fußball gibt fortan die Marschroute durch das nächtliche Cuxhaven vor. Ein in diesem Zusammenhang spontan ersehnter, romantischer Moment, wird allerdings leider der Gegenwart nicht preisgegeben. Stattdessen kommt es fast zu einem Autounfall. Ganz wichtig für Kinder, die heute zuschauen: Niemals nachts mit einem halb luftleeren Fußball durch die Straßen ziehen, und schon mal gar nicht unachtsam dagegen treten! Buschka erlangt schließlich wieder festen moralischen Boden unter seinen Füßen, und strandet neugierig in einem Vereinsheim, aus dem laute, lebensbejahende Musik dringt. Zeit, sich auf das Wichtigste zu besinnen: Gemeinschaft haben, damit Liebe untereinander entstehen kann!

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CUXHAVEN Teil 7

Veröffentlicht am: 8. März 2009, 3:00

cuxhaven_7Auf dem Weihnachtsmarkt rund um das Schloß Ritzebüttel erfährt Buschka von der Elbvertiefung und dem für Cuxhaven daraus entstehenden Problem der Mehrbelastung für die Deiche und evtl. auch zusätzlichen Schlickablagerungen. Der Chef des Schloßrestaurants zeigt ihm das urige Kreuzgewölbe aus dem 14. Jhd., paludert ein bißchen über das kulinarische Angebot seines Hauses, und gewährt dem Ausnahmereporter freundlicherweise einen spontanen Einblick in die Küche. Vor dem Schloß hat die Weihnachtsmarktstimmung ihren Höhepunkt erreicht: Echte Nordlichter “schnacken” nicht nur mit Buschka, sondern tun das, was Barack Obama und Angela Merkel (die ja für uns “zuständig” ist) schon lange fordern: in schwierigen Zeiten zusammenstehen… …und dabei auch noch singen! Und es wird noch intimer: Junge Cuxhavener erzählen über eine wilde Boßeltour und über den heimischen “Brauch” der Jungs, ihre Mädels bei Männerabenden vorher “abzugeben”. Doch Buschka erfährt auch die ganz eigene Interpretation dieses Vorgangs aus Sicht der Damen, und lauscht den Jungs etwas ungläubig, als sie davon berichten, wie locker junge Cuxhavener Liebesbeziehungen angeblich während der Feriensaison gehandhabt werden, während attraktive Gäste im Lande sind, die sich nach kurzen amourösen Abenteuern umsehen.

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CUXHAVEN Teil 6

Veröffentlicht am: 2. März 2009, 12:27

cuxhaven_teil6Das Gespräch zwischen Buschka und der Lady im Rollstuhl geht weiter. Immer wieder von amourösen Attacken ihrerseits unterbrochen, entsteht ein Mosaik aus wunderbar sanften, fröhlichen, und auch sehr ernsten verbalen Versatzstücken. Und durch die äußeren Schichten der schnellen Kommunikation hindurch sind Herzlichkeit und Sehnsucht nach Normalität und Zufriedenheit deutlich spürbar. “Barbara” - wie sie sich Buschka unter ihrem Pseudonym vorstellt - verbirgt aber offenbar auch eine Seite an sich, die sie nicht preisgeben will. Und sie wird auch sehr zornig: der Zuschauer erfährt von ihren Anstrengungen um für sie dringend notwendige Leistungen der Krankenkasse. Ein außergewöhnliches Treffen mit einer liebenswerten Frau, der man ihr schwieriges Schicksal nicht abspürt. Weiter geht die Odyssee durch Cuxhaven. Buschka besucht auf dem Weihnachtsmarkt die Tochter von Wurst- und Punsch-Verkäuferin Ella, mit der er in der vergangenen Episode Bekanntschaft geschlossen hat. An deren illustren Stand probiert der Ausnahmereporter die Cuxhavener Spezialität “Eiergrog”. Ja, es ist Alkohol drin - aber das Zeug schmeckt so hammerlecker… …und ist wegen seiner Süße zum Glück nicht dazu geeignet, in “Massen” getrunken zu werden. Und endlich geht mit Buschka auch mal wieder der “Juan” durch: an einem Stand mit lateinamerikanischer Musik schwingt er lasziv und gekonnt die Hüften - Bilder, die bereits jetzt zu dem Erotischsten gehören, was das Jahr 2009 medial zu bieten hat! Und auch die Finanzkrise ist bei B.e.D. angekommen: mit einem “Eingeborenen” diskutiert Buschka die Umstände der derzeitigen Katastrophe.

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