Buschka entdeckt Deutschland

Archive for Oktober, 2008

Doppelspitze zum Nürburgring

Erschienen im Oktober 2008

Am Wochenende habe ich einem Freund beim Foto-Shooting am Nürburgring geholfen. Marcus fotografierte u.a. Smudo für eine Buchveröffentlichung, und ich inszenierte den ganzen Spaß.
Für den Transfer hatte ich zwei brandneue CDs im Gepäck, die unterschiedlicher nicht sein konnten.
Auf der Hinfahrt hörten wir das Album “Mother and Brother” von Jeff Cascaro, der uns - stimmlich angenehm an Curtis Stigers erinnernd - mit seinen toll arrangierten Soul-Stücken eine willkommene Intonation der noch im Morgennebel liegenden Eifellandschaft lieferte. Als Gewinner von “Jugend jazzt” begann er bereits mit 18 Jahren seine Profi-Karriere, und glänzte seitdem u.a. als Gastmusiker und Backgroundsänger bei den Fantastischen Vier, Götz Alsmann, Ute Lemper, und Paul Kuhn.

“Mother and Brother” ist nun schon sein zweites Album. Der 68er Jahrgang, der im Ruhrpott lebt und in Weimar als Professor für Jazz-Gesang arbeitet, zeigt auf seinem neuen Werk, wie weit er den musikalischen Bogen spannen kann: von B.B. Kings “Help the Poor” über “Love is in the air” von John Paul Young bis zu “Follow you, follow me” von Genesis. Marcus und ich haben uns bereits mit dem Starter “I feel fine” richtig eingegrooved, und gleich Song Nr. 2, “The sun is shining for our love”, ließ uns dann aufs Romantischste von imaginären Boxenludern träumen, die uns am Ring natürlich umgarnen würden…

VÖ: “Mother and Brother” 31. Oktober

Termine:
15.11.2008 Siegen, Jazzclub Oase
24.01.2008 Dortmund, Jazzfestival
27.02.2009 Berlin, Festakt DJH

Infos:
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Am Nürburgring angekommen, ging es stattdessen stressig und mit 100% geforderter Improvisation zur Sache:
Wir waren kurz vor dem VLN-Testlauf. Smudo sollte mit einem Pfarrer neben seinem “Bio-Mustang” am Rande der Boxengasse einen visuellen Diskurs über den “heiligen Asphalt” halten, und er hatte viel Spaß mit meinen Regie-Anweisungen wie z.B. “mach´ihm mal de Gerhard Schröder!” (dessen direkte Gestik beim Hereinbitten von Staatsgästen ich ihm als Variante vorschlug). Drumherum qualmte und röhrte es wie im Vorhof zur Hölle, Smudo amüsierte es, wie ich bei Verpuffungen zusammenzuckte, und hielt bei allen Aktionen - wie angeklebt - eine sportliche Plastikflasche Red Bull in übergroßer Dosenform in der Hand, wohl ein Sponsorendeal. Zu einem spontanen Foto für diesen Artikel war er aber leider nicht zu bewegen.

Nach einem langen Arbeitstag hieß es auf der Rückfahrt dann entspannen.
CD-Neuigkeit Nr. 2 kam auf den Plan: Martin Stadtfeld, der gerade mit dem Klassik-ECHO für seine Schubert-CD ausgezeichnet wurde, spielt Johann Sebastian Bach: “Das wohltemperierte Klavier, Teil 1″. Bach war für mich bisher nicht viel mehr als “Kirchenorgel-Musik”. Toll, aber auch irgendwie anstrengend. Noch böser gesagt: “Beerdigungs-Mucke”. Die vorliegenden Präludien und Fugen sind von Bach im Jahre 1722 aber speziell für die “lehrbegierige, musikalische” Jugend komponiert worden, und nach kurzer Einstimmung und einem experimentellen “Ja!” zu dieser Musik konnte mich der unglaublich behende und gleichzeitig präzise Tastenschlag des 28jährigen “Jungen Wilden” Stadtfeld begeistern. Die zur Zeit der Komposition dieser vorliegenden Goldstücke deutscher Klassik neue Methode der Temperierung, also das Stimmen von zwölf Halbtönen innerhalb einer Oktave, so daß alle Tonarten gut spielbar auf einem Tasteninstrument untergebracht sind, markierte unsere heutige “westliche” Musik. Plötzlich waren Stimmungswechsel möglich, die zwar nicht unserer ursprünglichen, “natürlichen” Hörweise entsprechen, aber erst eine so vielfältige Musik wie heute möglich machen. Stadtfelds Doppel-Album hat uns auf der Rückfahrt das nervige stundenlange Motorengedröhne aus dem Hirn verbannt, und uns ganz behutsam zeitlose Kunst nähergebracht. Zu Bachs selbstverständlich nicht sofort eingängiger Melancholie gesellt sich häufig der besagte schnelle Tastenschlag, der auch mich als Bach-Unbedarften schnell “auf Linie” gebracht hat. Ganz ohne stinkende Barock-Klamotten und gepuderte Gesichter sind Marcus und ich durch die Landschaft geflitzt, begleitet vom sagenhaften frühen Vorreiter-Piano-Rock des alten “Johnny aus Eisenach”. Bestnote!

VÖ: “J.S. Bach - Das wohltemperierte Klavier, Teil 1″ 17. Oktober

Termine:
01.11.2008, Dresden, Semperoper
02.11.2008, Dresden, Semperoper
03.11.2008, Dresden, Semperoper
11.11.2008, Badenweiler, Hotel Römerbad
14.11.2008, Wachenheim, Schloß Wachenheim / Festival
16.11.2008, Montabaur, Stadthalle
19.11.2008, Wiesbaden, Kurhaus
23.11.2008, Nürnberg, Opernhaus
28.11.2008, Würzburg, St. Johanniskirche
30.11.2008, Aachen, Eurogress
07.12.2008, München, Prinzregententheater
11.12.2008, Kaiserslautern, Fruchthalle
16.12.2008, Stuttgart, Liederhalle
07.01.2009, Mannheim, Rosengarten
09.01.2009, Köln Philharmonie
11.01.2009, Essen, Philharmonie
28.01.2009, Wuppertal, Stadthalle
30.01.2009, Nürnberg, Meistersingerhalle
05.02.2009, Frankfurt, Alte Oper
12.02.2009, Berlin, Philharmonie
15.02.2009, Ahrensburg, Eduard Söring-Saal
25.02.2009, Dortmund, Konzerthaus
28.02.2009, Engers, Schloss
03.03.2009, Delmenhorst, Theater
12.03.2009, Braunschweig, Stadthalle
15.03.2009, Bielefeld, Oetkerhalle
31.03.2009, Göppingen,
17.04.2009, Nienburg, Giebelsaal
19.04.2009, Weimar,
21.04.2009, Grünwald/München, August Everding Saal
29.04.2009, Hamburg, Laeiszhalle
03.05.2009, Hohenems, Schubertiade
17.05.2009, Lippstadt, Stadttheater
31.05.2009, Bonn, Beethovenhalle
18.07.2009, Gauting, Bürgerhaus
19.07.2009, Bad Kissingen, Kissinger Sommer
03.09.2009, Schwarzenberg, Angelika-Kauffmann-Saal
06.09.2009, Oberbösa, Kulturscheune
30.11.2009, Coburg, Kongreßhaus Rosengarten
27.02.2010, Marburg, Stadthalle

Infos:
Artist-Website
Wikipedia
Label-Website

Bericht: Jörg Buschka
Fotos: Thomas Schloemann, Adrian Schmidt



RÜGEN Teil 8

Erschienen im Oktober 2008

Weiter geht´s im Störtebeker-Keller. Zu nachtschlafender Zeit philosophieren Buschka und der Wirt über Krieg, Waffengesetze, den “45-Komplex”, Arnold Schwarzenegger, und Sicherungsverwahrung (mein etwas unreflektierter Umgang bzw. das “Abwürgen” des letzten Themenpunkts rund um einen pädophilen Straftäter spiegelt nicht mein Selbstverständnis eines Journalistischen Auftrags wider, sondern muß bitte mit dem Wissen um die Unkonzentriertheit zu später Stunde gesehen werden - direkt danach haben wir ja auch die Dreharbeiten beendet. Anm. Jörg Buschka).

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UDO LINDENBERG Special

Erschienen im Oktober 2008

Ein kleines Special zwischendurch: Exklusive Aufnahmen vom Soundcheck vor dem Frankfurt-Konzert von Udo Lindenberg vom 12. Oktober 2008. Und zum Schluß ist Buschka gar erlaucht, einige Momente mit dem Altmeister des Deutschrocks zu verbringen.
Jörgs Kommentar zu dem Interview: “Ich war schon ziemlich angep…, und vielleicht mache ich auf den ersten Blick diesmal keine besonders “gute Figur” - aber meine Strategie ist es, Niemandem Honig um den Bart zu schmieren, sondern ganz klar zu sagen, was ich mache, und daß meine Sendung davon lebt, daß Menschen bereit sind, Geschichten zu erzählen. Beim vorliegenden Interview wäre es dazu ebenso wenig gekommen, wenn ich erstmal auf die Tour losgequatscht hätte: ‘Ey, Udo, geile Tournee, Du bist der Beste! Guck mal, wie geil Dich alle finden!’ - um dann am Ende überraschend nach einer ‘Anekdote’ zu fragen. Udo ist ja nicht bescheuert, und kennt Journalisten-Geschmalze sehr gut. Außerdem hatten wir nur ein sehr enges Zeitfenster. Udo hatte schlicht keinen Bock, auf meine Frage einzugehen. Vielleicht verständlich, zwei Stunden vor Beginn des Konzerts, aber ich hätte mir von einem solchen Urgestein doch etwas mehr Offenheit und Bereitschaft, auch mal was anderes als Geschleime und SmallTalk-Scheiße zu hören, versprochen.”

Download der Folge:

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RÜGEN Teil 7

Erschienen im Oktober 2008

Bevor Buschka in die Abenddämmerung weiterzieht, berichtet der “Pressesprecher” der Camper noch kurz von seinen Erlebnissen beim G8-Gipfel in Heiligendamm. Buschka fühlt dem “KdF”-Gebäudekomplex bei Prora dann auf den Zahn, und präsentiert den Zuschauern eine eingezäunte Ruine, die praktisch nur noch aus einem Betonkern besteht. - Zeitsprung - Das Paradeteam von B.e.D. hat die falschen Akkus im Gepäck, und so vergehen Stunden des Aufladens. Auch das Team muß seine “Akkus” wieder aufladen, und so wird im “Störtebeker-Keller” in Bergen eine deftige “Störtebeker-Platte” verschlungen. Fleisch, soweit das Auge schaut. Dazu Sauerkraut und Rotkohl. Lecker!! Als danach die Kamera wieder betriebsbereit ist, geht die Reportage weiter: Drei Rügener Anfangzwanziger-Burschen stehen Buschka im Interview Rede und Antwort. Sie erzählen munter über das Leben auf der Insel, die Ausbildungs-Chancen für “Eingeborene”, und ihre Erlebnisse in der “Fremde”.

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Subway zum Schlachthof

Erschienen im Oktober 2008

Gestern abend schlugen im Wiesbadener Schlachthof die Flammen aus dem Boden! Die Mittelalter-Düster-Rocker “Subway To Sally” waren zu Gast! Sie sind schon irgendwie mit der “Geschichte von B.e.D.” verbunden: Zuerst war mir vor Jahren auf der “Pop Komm” ein “Metal Hammer”-CD-Sampler hinterhergeschmissen worden, auf dem ich zum ersten Mal ein Stück von “Subway To Sally” hörte. Ich fand die Stimme von Frontmann Eric Fish damals ziemlich gewöhnungsbedürftig. Unterwegs in Deutschland, in Jans Auto, nudeln aber seit Beginn unseres Projekts die S.T.S.-Alben rauf und runter - und inzwischen hab ich mich nicht nur “dran gewöhnt”, sondern höre die Sachen echt gern. Die Stücke haben zwar eine bewußt altertümliche, manchmal (gekonnt) “beschwerliche” Sprache (allerdings hört man hier kein Mittelhochdeutsch wie bei “In Extremo”), erzählen von Leid, Tod, Wollust, Haß und Verderben, sind dabei aber nicht so schwermütig, daß man auf der Fahrt im Handschuhfach schon nach den Rasierklingen kramt. Besser noch: sie erzählen auch mal vom Tanz und schwärmen von der Liebe.

Die Dame und sechs Herren aus Brandenburg bespielten gestern abend rund zwei Stunden lang ihre dunkel gekleidete Fan-Schar.
“Subway To Sally” sind spätestens seit dem 15. Februar auch dem Massenpublikum bekannt - sie gewannen dieses Jahr Stefan Raabs “Bundesvision Song Contest”.

Sänger Eric Fish intonierte mit besagt eindringlicher Stimme u.a. jede Menge Stücke des 2007er Albums “Bastard”, spielte dabei selbst auch mal Flöte und sogar Dudelsack, und erzählte zwischendurch kurze Geschichten.
Die neueren Kompositionen kenne ich zwar noch nicht so gut, aber den fetten Opener “Meine Seele brennt” (passend dazu schlug rammsteinig die Pyro aus dem Boden), “Knochenschiff” und “Auf Kiel” konnte ich mitsingen.

Ein bißchen an Farin Urlaub erinnernd, animierte Eric Fish die Fans beim “Nord Nord Ost”-Stück “Sieben” zum lauten Zählen, und verlangte von der Crowd zu diversen Songs immer wieder “den Schrei”. Die Instrumente sind nicht so ausgefallen wie bei Mittelalter-Bands wie “Schandmaul” oder “Schelmish”, aber die eine oder andere liebevolle Sonderanfertigung - wie auch die Geige - gab´s zu bewundern und zu hören.

Die Stimmung war super, “Subway To Sally” hat mir live auch musikalisch sehr gut gefallen!
Für´s Auge gab´s neben der üblichen Lightshow und besagten Feuerspielereien (Eric Fish brachte zudem zeitweilig auch mal zwei Fackeln neben dem Mikro an) vom Beamer noch nette Animationen zu sehen.

Einer der Höhepunkte war der “Herzblut”-Klassiker “Kleid Aus Rosen”, bei dem Herr Fish an attraktive Damen aus den vordersten Reihen gleichnamige Blumen verteilte. Die Hymne “Meister, Meister, gib mir Rosen…” in der heimischen Konzerthalle war schon ein echtes Erlebnis!
Unter den Zugaben war dann endlich auch mein Lieblingsstück “Veitstanz”. Ein toller Abend, zufriedene schwarzgekleidete Menschen um mich herum - es waaar de Wahnsinn.
Ich geh´mir jetzt auch ´ne Kutte kaufen und empfehle mich. ;)

Bericht: Jörg Buschka
Fotos: Katrin Kaufmann



Kaminfeuer im Herzen

Erschienen im Oktober 2008

Sie hätte sich keinen besseren Zeitpunkt für die Veröffentlichung ihres lang erwarteten neuen Albums “The Jasmine Flower” aussuchen können: Samtstimme Heather Nova schenkt uns zur Düsterzeit den perfekten Soundtrack für kuschelige Stunden mit Gänsehautgefühl!

Ich habe die CD eben bekommen, die ersten Stücke gehört, und konnte die Musik sofort bei mir “einziehen” lassen. Nicht, daß ich auch bei der Arbeit ein “Dauerkuschler” (oder Warmkuschler oder Kuschelduscher (obwohl…)) wäre, aber die von den Bermudas stammende und dort lebende Sängerin schafft es wieder mal, mich mit ehrlicher und komplett selbstkomponierter Musik gekonnt aus meinem Bürotrott zu treten.

Das erste Stück “Ride” hat mich freundlich begrüßt, mir eine Ahnung vom Duktus des Albums versprochen, die Song Nr. 2, “Beautiful Storm”, dann aber sofort wieder auf´s Großartigste verworfen hat. Nicht bloß “schöne Gitarrenmucke”, sondern echte in Musik gegossene Sehnsucht. So wie man es seit 2001 von ihr kennt, als sie begann, ihre Alben selbst und “stripped down” - mit möglichst einfachen Mitteln - zu produzieren.

In dem verzweifelten und gleichzeitig starken “Every Soldier Is A Mother´s Son” nimmt Heather Nova die Perspektive einer Mutter ein, deren Sohn weit weg von ihr in einem Krieg kämpft. In welchem, ist wohl nicht wichtig. Sie sieht nicht den Kämpfer, sondern den Sohn - und betet auch für die Mütter auf der anderen Seite der Front. Songs für den Frieden schreiben geht immer. Aber Heather Nova zeigt auch im realen Leben, daß sie etwas gegen Gewalt unternehmen will: sie setzt sich zusammen mit Amnesty International gegen Waffenhandel ein.

Als in Heathers Aufnahmestudio auf einer der Bermuda-Inseln gleichzeitig das große Mischpult und der Computer komplett den Geist aufgaben, sah alles danach aus, daß es Wochen dauern würde, dort am “Arsch der Welt” neues Equipment herzubekommen. Sie entschließ sich kurzerhand, das Album mit ihrem solargestützten Laptop aufzunehmen und zu mischen. Es bräuchte - wie sie sagt - wohl tatsächlich nur “Sonne und Songs”, um ein gutes Album aufnehmen zu können. Zu “The Jasmine Flower” sagt sie: „Ich weiß, dass es sehr gut geworden ist. Einfach deshalb, weil ich mich sehr unwohl fühle, wenn ich es zusammen mit anderen Personen höre. Ich habe meiner dunklen Seite genau zugehört und erzähle die Wahrheit. Ich bin seit „Oyster“ (das Album verhalf ihr zum weltweiten Durchbruch) nicht mehr so tief in meine Gefühlswelt eingetaucht. Es war so befreiend, dieses Album komplett alleine eingespielt zu haben, ohne Produzent, ohne Band. Das Album hat eine gewisse Reinheit, es atmet.“

In “Out In New Mexico” singt sie von Momenten der Einsamkeit und von der Angst vor der Zukunft. Traurig, aber so schön, daß ich es gleich zweimal gehört habe.
Der Pressetext der Plattenfirma spricht vom “persönlichsten und stringentesten Album ihrer Karriere” - und hat recht. Es ist voller spannender Stimmungswechsel zwischen Glück und Verzweiflung, und dabei mehr als eine eingängige, perfekt eingespielte Pop-Platte. Nicht zu vergleichen mit den gefälligeren “Oyster” oder “Siren”. Man möchte Vergleiche anstellen mit “Storm” von 2003, das neue Werk beschreibt aber seine ganz eigene Welt, ist tiefer, klingt intimer.

Die Stimmung des Albums ist insgesamt eher gesetzt, aber Frau Nova überrascht mit jedem Track. Bei “Looking For The Light” klingt sie sogar ein wenig nach James Blunt, und in “Hollow” singt sie so zart, daß ich es ab sofort immer hören werde, wenn meine Nachbarin mich im Treppenhaus mal wieder nicht grüßt. Wer seine verkorkste Beziehung retten will, bekommt mit dem progressiven, leidenschaftlichen “Say Something” das passende musikalische “Werkzeug” geliefert.

An manchen Stellen überträgt sich die Insel-Einsamkeit, die dem Album gut getan hat, regelrecht auf mich. Bei “Follow Me In Grace” ist es mir dann eine Spur zu trist, das darauf folgende fröhliche “Always Christmas” entläßt mich aber mit einem zufriedenen Lächeln aus dieser runden Mischung richtig guter Songs.

VÖ: 10. Oktober 2008

Heather Nova auf sonybmg.de
Deutsche Website: www.heather-nova.de
Englische Website: www.heathernova.com

Tour:

15.10.2008 Hamburg Große Freiheit
16.10.2008 Berlin Columbiahalle
19.10.2008 Wien Gasometer
21.10.2008 München Muffathalle
22.10.2008 Stuttgart Theaterhaus
24.10.2008 Köln E Werk

Bericht: Jörg Buschka
Fotos: Sacha Blackburne



RÜGEN Teil 6

Erschienen im Oktober 2008

****Wir möchten am 2. Jahrestag der Ermordung von Anna Politkowskaya ihrer mahnend gedenken, und fordern mit unserer kleinen Stimme hier ebenfalls endlich eine lückenlose Aufklärung!
Wer immer sich mit Journalismus beschäftigt, weiß, wie wichtig die Arbeit von mutigen Menschen wie ihr ist!****

Zur Folge: Der Buschka und das Meer. Am Sassnitzer Ufer - direkt neben dem Fährhafen - deckt der Ausnahmereporter “DDRianische Fingerhakel-Stationen” auf, die offenbar raffiniert auf Steine arretiert angebracht worden sind. Warschauer Pakt at its best. Respekt! Gleichzeitig erspäht der Kennerblick bereits den Strand von Prora und vom Seebad Binz. Über eine noch zu Zeiten Nazi-Deutschlands erbaute Plattenstraße erreicht das Dream-Team Jan und Buschka einen einsamen Parkplatz, von dem aus sich das 4,5 Kilometer lange ehemalige “Kraft Durch Freude”-Gebäude im “KDF-Bad” Prora erkunden läßt. Der vorgefundene Gebäudekomplex läßt trotz seines größtenteils heruntergekommenen Zustands noch sehr gut erahnen, welch gigantische Massenabfertigung hier die Besucher im “Dritten Reich” erwartet haben muß. In 10.000 2-Bett-Zimmern wurden zu Bestzeiten 20.000 “KdF”-Urlauber in strammen Parteiprogrammen in einer Art “Animation” auf NS-Linie getrimmt. Buschka vermittelt bei seiner Exkursion dem Zuschauer einige Hintergrundfakten, und trifft eine Familie, die gerade vom Baden kommt. Auch bei Prora nimmt sich die Kamera wieder viel Zeit, den spannenden Ort genau zu betrachten. Beim Gang durch das Gebäude hindurch offenbart die Rückseite eine breite “Legebatterien-artig” angelegte Fensterfront, die den maschinell abgefertigten NSDAP-Urlaub spürbar macht. Auf einem benachbarten Zeltplatz trifft Buschka eine Gruppe von Freunden aus Sachsen-Anhalt und Sachsen, die den Urlaub auf dem Wiesengelände neben dem geschichtsträchtigen Ort genießen. Am 28. Juni 2008 - einen Tag vor dem EM-Endspiel Deutschland-Spanien - gedreht, vermittelt diese Folge beim lockeren Spiel der Camper ein wenig von der hoffnungsvollen Stimmung der meist männlichen Fußballfans. Buschka belauscht die Mädels derweil beim gemütlichen Plausch unter dem Sonnenschirm, der hier allerdings mehr vor Nieselregen schützt.

JETZT IM BLOG: REVIEW DES NEUEN ALBUMS VON HEATHER NOVA!

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