Doppelspitze zum Nürburgring
Am Wochenende habe ich einem Freund beim Foto-Shooting am Nürburgring geholfen. Marcus fotografierte u.a. Smudo für eine Buchveröffentlichung, und ich inszenierte den ganzen Spaß.
Für den Transfer hatte ich zwei brandneue CDs im Gepäck, die unterschiedlicher nicht sein konnten.
Auf der Hinfahrt hörten wir das Album “Mother and Brother” von Jeff Cascaro, der uns - stimmlich angenehm an Curtis Stigers erinnernd - mit seinen toll arrangierten Soul-Stücken eine willkommene Intonation der noch im Morgennebel liegenden Eifellandschaft lieferte. Als Gewinner von “Jugend jazzt” begann er bereits mit 18 Jahren seine Profi-Karriere, und glänzte seitdem u.a. als Gastmusiker und Backgroundsänger bei den Fantastischen Vier, Götz Alsmann, Ute Lemper, und Paul Kuhn.
“Mother and Brother” ist nun schon sein zweites Album. Der 68er Jahrgang, der im Ruhrpott lebt und in Weimar als Professor für Jazz-Gesang arbeitet, zeigt auf seinem neuen Werk, wie weit er den musikalischen Bogen spannen kann: von B.B. Kings “Help the Poor” über “Love is in the air” von John Paul Young bis zu “Follow you, follow me” von Genesis. Marcus und ich haben uns bereits mit dem Starter “I feel fine” richtig eingegrooved, und gleich Song Nr. 2, “The sun is shining for our love”, ließ uns dann aufs Romantischste von imaginären Boxenludern träumen, die uns am Ring natürlich umgarnen würden…
VÖ: “Mother and Brother” 31. Oktober
Termine:
15.11.2008 Siegen, Jazzclub Oase
24.01.2008 Dortmund, Jazzfestival
27.02.2009 Berlin, Festakt DJH
Infos:
Artist-Website
MySpace-Profil
Label-Website
YouTube
Am Nürburgring angekommen, ging es stattdessen stressig und mit 100% geforderter Improvisation zur Sache:
Wir waren kurz vor dem VLN-Testlauf. Smudo sollte mit einem Pfarrer neben seinem “Bio-Mustang” am Rande der Boxengasse einen visuellen Diskurs über den “heiligen Asphalt” halten, und er hatte viel Spaß mit meinen Regie-Anweisungen wie z.B. “mach´ihm mal de Gerhard Schröder!” (dessen direkte Gestik beim Hereinbitten von Staatsgästen ich ihm als Variante vorschlug). Drumherum qualmte und röhrte es wie im Vorhof zur Hölle, Smudo amüsierte es, wie ich bei Verpuffungen zusammenzuckte, und hielt bei allen Aktionen - wie angeklebt - eine sportliche Plastikflasche Red Bull in übergroßer Dosenform in der Hand, wohl ein Sponsorendeal. Zu einem spontanen Foto für diesen Artikel war er aber leider nicht zu bewegen.
Nach einem langen Arbeitstag hieß es auf der Rückfahrt dann entspannen.
CD-Neuigkeit Nr. 2 kam auf den Plan: Martin Stadtfeld, der gerade mit dem Klassik-ECHO für seine Schubert-CD ausgezeichnet wurde, spielt Johann Sebastian Bach: “Das wohltemperierte Klavier, Teil 1″. Bach war für mich bisher nicht viel mehr als “Kirchenorgel-Musik”. Toll, aber auch irgendwie anstrengend. Noch böser gesagt: “Beerdigungs-Mucke”. Die vorliegenden Präludien und Fugen sind von Bach im Jahre 1722 aber speziell für die “lehrbegierige, musikalische” Jugend komponiert worden, und nach kurzer Einstimmung und einem experimentellen “Ja!” zu dieser Musik konnte mich der unglaublich behende und gleichzeitig präzise Tastenschlag des 28jährigen “Jungen Wilden” Stadtfeld begeistern. Die zur Zeit der Komposition dieser vorliegenden Goldstücke deutscher Klassik neue Methode der Temperierung, also das Stimmen von zwölf Halbtönen innerhalb einer Oktave, so daß alle Tonarten gut spielbar auf einem Tasteninstrument untergebracht sind, markierte unsere heutige “westliche” Musik. Plötzlich waren Stimmungswechsel möglich, die zwar nicht unserer ursprünglichen, “natürlichen” Hörweise entsprechen, aber erst eine so vielfältige Musik wie heute möglich machen. Stadtfelds Doppel-Album hat uns auf der Rückfahrt das nervige stundenlange Motorengedröhne aus dem Hirn verbannt, und uns ganz behutsam zeitlose Kunst nähergebracht. Zu Bachs selbstverständlich nicht sofort eingängiger Melancholie gesellt sich häufig der besagte schnelle Tastenschlag, der auch mich als Bach-Unbedarften schnell “auf Linie” gebracht hat. Ganz ohne stinkende Barock-Klamotten und gepuderte Gesichter sind Marcus und ich durch die Landschaft geflitzt, begleitet vom sagenhaften frühen Vorreiter-Piano-Rock des alten “Johnny aus Eisenach”. Bestnote!
VÖ: “J.S. Bach - Das wohltemperierte Klavier, Teil 1″ 17. Oktober
Termine:
01.11.2008, Dresden, Semperoper
02.11.2008, Dresden, Semperoper
03.11.2008, Dresden, Semperoper
11.11.2008, Badenweiler, Hotel Römerbad
14.11.2008, Wachenheim, Schloß Wachenheim / Festival
16.11.2008, Montabaur, Stadthalle
19.11.2008, Wiesbaden, Kurhaus
23.11.2008, Nürnberg, Opernhaus
28.11.2008, Würzburg, St. Johanniskirche
30.11.2008, Aachen, Eurogress
07.12.2008, München, Prinzregententheater
11.12.2008, Kaiserslautern, Fruchthalle
16.12.2008, Stuttgart, Liederhalle
07.01.2009, Mannheim, Rosengarten
09.01.2009, Köln Philharmonie
11.01.2009, Essen, Philharmonie
28.01.2009, Wuppertal, Stadthalle
30.01.2009, Nürnberg, Meistersingerhalle
05.02.2009, Frankfurt, Alte Oper
12.02.2009, Berlin, Philharmonie
15.02.2009, Ahrensburg, Eduard Söring-Saal
25.02.2009, Dortmund, Konzerthaus
28.02.2009, Engers, Schloss
03.03.2009, Delmenhorst, Theater
12.03.2009, Braunschweig, Stadthalle
15.03.2009, Bielefeld, Oetkerhalle
31.03.2009, Göppingen,
17.04.2009, Nienburg, Giebelsaal
19.04.2009, Weimar,
21.04.2009, Grünwald/München, August Everding Saal
29.04.2009, Hamburg, Laeiszhalle
03.05.2009, Hohenems, Schubertiade
17.05.2009, Lippstadt, Stadttheater
31.05.2009, Bonn, Beethovenhalle
18.07.2009, Gauting, Bürgerhaus
19.07.2009, Bad Kissingen, Kissinger Sommer
03.09.2009, Schwarzenberg, Angelika-Kauffmann-Saal
06.09.2009, Oberbösa, Kulturscheune
30.11.2009, Coburg, Kongreßhaus Rosengarten
27.02.2010, Marburg, Stadthalle
Infos:
Artist-Website
Wikipedia
Label-Website
Bericht: Jörg Buschka
Fotos: Thomas Schloemann, Adrian Schmidt



Weiter geht´s im Störtebeker-Keller. Zu nachtschlafender Zeit philosophieren Buschka und der Wirt über Krieg, Waffengesetze, den “45-Komplex”, Arnold Schwarzenegger, und Sicherungsverwahrung (mein etwas unreflektierter Umgang bzw. das “Abwürgen” des letzten Themenpunkts rund um einen pädophilen Straftäter spiegelt nicht mein Selbstverständnis eines Journalistischen Auftrags wider, sondern muß bitte mit dem Wissen um die Unkonzentriertheit zu später Stunde gesehen werden - direkt danach haben wir ja auch die Dreharbeiten beendet. Anm. Jörg Buschka).
Ein kleines Special zwischendurch: Exklusive Aufnahmen vom Soundcheck vor dem Frankfurt-Konzert von Udo Lindenberg vom 12. Oktober 2008. Und zum Schluß ist Buschka gar erlaucht, einige Momente mit dem Altmeister des Deutschrocks zu verbringen.








****Wir möchten am 2. Jahrestag der Ermordung von Anna Politkowskaya ihrer mahnend gedenken, und fordern mit unserer kleinen Stimme hier ebenfalls endlich eine lückenlose Aufklärung!![Validate my RSS feed [Valid RSS]](http://www.buschka-entdeckt.de/valid-rss.png)