Um frisch in den Weihnachts-Vormonat zu starten, habe ich mir wieder zwei brandneue Platten angehört, verehrtes Publikum.
Die erste stammt von Paul Carrack, der seit mehr als drei Jahrzehnten Kollegen wie Eric Clapton, Mike & The Mechanics, Elton John, Brian Ferry oder die Eagles mit seiner warmen, ausdrucksstarken Stimme unterstützt. Mit dem neuen Album “I know that name” legt er mal wieder ein Solo-Projekt vor. Ich kannte den Namen - ehrlich gesagt - noch nicht, und war überrascht, wie vertraut der Sound schon nach wenigen Momenten klingt.

Die erste erste Singleauskopplung “I Don’t Want To Hear Any More”, auf der Don Henley und Timothy B. Schmit (Eagles) die Backing Vocals singen, war nach nur 2 Tagen bereits auf No. 36 in den Britischen Airplay Charts, und ging auch bei mir gut ins Ohr.
Der Kracher ist aber der Starter “Ain´t no love in the heart of the city”, der mir einen ordentlichen Groove in mein einsames 1-Mann-Büro gezaubert hat. Allerdings bin ich mit Carracks Musik dann insgesamt nicht komplett warm geworden. Das vorliegende Werk ist zweifelsohne perfekt produziert (ebenfalls mit reichlich Backgroundgesang) und voller Lebenslust, aber mir persönlich sind es dann doch zuviele Lovesongs, “irgendwo zwischen Phil Collins und Barry White”. Wer genau diese Art von sattem, volltönigem Soul mag, der sowohl mit Rock als auch mit Blues spielt, wird mit “I know that name” sicherlich voll auf seine Kosten kommen.
Das Album ist seit dem 31. Oktober im Handel erhältlich.
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PAUL CARRACK “On Tour:
Paul Carrack & Band “I know that name“-Tour 2008
15.12.08, Hamburg (D), Fabrik
16.12.08, Berlin (D), Columbiahalle
17.12.08, Köln( D), Kulturfabrik
Wird in 2009 fortgesetzt.
Das zweite Album, das meine müden Ohren erreicht hat, ist “Bis ans Ende der Welt” von “Captain´s Club”, einem einmaligen deutschen “Shanty-Chor”, der auf diesem Konzept-Album das Genre Seemannslieder in Form von einzelnen Stücken ganz neu interpretiert. Der Hamburger Produzent Frank Plasa (”Selig”, “Echt”) hat zwölf Künstler, von Laith Al-Deen bis Nena, an die Waterkant geholt, und ließ sie alte Stücke frisch arrangieren und vortragen.


Darunter absolute Perlen wie die Interpretation von “Störtebeker” von Diane Weigmann und mein Favorit “Singapur” von der ehemaligen DDR-Kultband Keimzeit, mit Gastsänger Jan Plewka.
Hammer!
Beides eher melancholische Stücke. Und das durchaus beabsichtigt. Der Pressetext spricht zurecht von “Musik, die nach Salzwasser schmeckt und die nach einem dieser Nachmittage am Strand riecht, wenn die Möwen schreien und die Wellen rauschen: Romantisch, wehmütig, voller Fernweh und Reiselust”. “Auf St. Pauli spielt der Johnny Mundharmonika” von El*KE und “Hamborger Veermaster” von Malte Pittner rocken hingegen richtig und bilden den nötigen Kontrast.
“Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern” von Paulsrekorder erinnert gar an die NDW respektive Hubert Kah.
Auch Nena ist auf diesem Album in Bestform, streichelt mit ihrer Stimme gewohnt zart die Tinnitus-gestreßten Kapitäns-Lausch-Härchen.
Etwas enttäuscht hat mich “Leuchtturm” von Echt-Sänger Kim Frank, der mit seinem letzten großen Erfolg “Julimond” im Jahr 2000 die Latte einfach sehr hoch gehängt hatte. Beim aktuellen Stück klingt er mir einfach eine Spur zu “gepreßt”. Fazit insgesamt: Das ungewöhnliche Konzept von “Captain´s Club” gefällt mir sehr gut, und die sehr unterschiedlichen Stücke schlagen einen unterhaltsamen und bisweilen sehnsüchtigen Bogen durch alle Stimmungen, die Hochseefans und Landratten gleichermaßen von der Liebe, von Hafenkneipen, Männerfreundschaften, und dem Mythos des Lebens auf See erzählen. Ob vor Anker in St. Pauli, vor Rügen, oder am Kap Horn.
Die limitierte Deluxe Edition hält sogar noch eine zweite CD bereit: eine Hörbuch-Episode aus dem Buch „Sturmkap“ aus dem Ankerherz Verlag. Eine Anthologie von Kapitänsgeschichten, zusammengestellt von Stefan Krücken und gelesen von Jan Plewka.
Das Album ist seit dem 24. Oktober im Handel erhältlich.
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CAPTAIN’S CLUB EVENT in Hamburg:
Bei “Hamburg Sounds”, einer monatlichen Veranstaltung von NDR 90.3, wird der Captain’s Club live präsentiert.
Am Montag, 08. Dezember, um 20.00 Uhr in Hamburg – Schmidt’s Tivoli
Fest zugesagt haben bislang::
· Malte Pittner (Deichkind)
· Ole Soul
· Max Mutzke
· Diane Weigmann
· Peter von EL*KE
· Laith Al-Deen
Bericht: Jörg Buschka
Fotos: Dave Robinson, ferryhouse productions