Akopalüze nau!!!
Am Wochenende trat Helge Schneider mit seinem Dauerbrenner-Programm “Akopalüze nau!!!” in der Mainzer Phönixhalle auf. Als regelmäßiger Gast bei Helges Live-Aktivitäten seit zehn Jahren für mich ein selbstverständliches Abendvergnügen der ganz großen Art! Zusammen mit Freund und Fotograf Marcus nutzte ich die Gelegenheit, meinem “Godfather des deutschen Hörspiels” die Ehre zu erweisen.
Gleich zu Beginn gab Helge ein Saxophon-Solo zum Besten. Ganz Jazz-Musiker, im schwarzen Anzug, mit Hornbrille und gewohnt “schickem” Seitenscheitel. Der Dresscode sollte den Abend bestimmen - die bunten “Chaos-Klamotten” blieben diesmal im Schrank. Neben seiner hochkarätigen Jazzband, bestehend aus Pete York (Schlagzeug), Sandro Giampietro (Gitarre), und Rudi Olbrich (Bass und Tuba), hatte Helge auch wieder den Bongo-spielenden und wild tanzenden Langbart Sergej Gleithman und seinen Zweitstimmen-Begleiter, Tee-Kredenzer und ebenfalls Bongo-Spieler Bodo Österling im Gepäck.
Nach wiederholtem Dank und Verabschiedungen gleich zu Anfang, feuerten Helge und seine Jungs ein charmeerprobt-sensationelles Kulturprogramm aus Musik und vorgetragenen Geschichten auf den ausverkauften Bespaßungsort ab. Zu “Meine Supermaus” ließ Helge dann endlich den Wahnsinn raus, und nahm sich danach ausgiebig Zeit, um darüber zu philosophieren, wie die Erdkugel so im All “festgemacht” ist, damit sie nicht an ihrer Achse “nach unten rausrutscht”.
Zwischendurch gab´s immer wieder Tee von Bodo - diesmal eine köstliche “Zitrone-Zitrone”-Mischung.
Bodo Österling durfte sich auch an Kastagnetten verausgaben, und die Zweite Stimme bei “Katzeklo” geben, zu dem Helge eine tolle “Pantomime” hinlegte.
Absurde, teilweise improvisierte Geschichten (wie Helges Anekdote vom gebannten Mithören des “Konzerts” von Pantomime Marcel Marceau vor einer Halle) wechselten sich mit Hits und neu arrangierten Schneider-Klassikern ab. Außer einem Panflöten-”Fake” zum Schluß spielte Helge selbst fast alle Instrumente durch - vom Sax über sein Piano bis zur E-Gitarre und heißes Blech zum skurrilen “Trompeten von Mexico” (zu denen er ein perfektes Pseudo-Spanisch präsentierte).
Highlights waren die durch Solo-Einlagen gestreckte Hammer-Version vom “Telefonmann”, das “Duett” mit Udo Lindenberg, den Helge bekanntermaßen so geil imitiert, als säße er neben ihm am Piano, und auch das ausdauernde Drum-Solo von Pete York, der schon mit Größen wie Eberhard Schoener, Deep Purple, Chris Barber und Klaus Doldinger gespielt hat.
Und natürlich immer wieder Helge Schneider am Piano. Ob bei “Quatsch” oder “echtem”, ernstem Jazz.
Und immer wieder Helges Meta-Ebenen-Monologe wie z.B. über das sich dem Ende nähernde Programm, und vom Scheitelkämmen begleitete Begründungen, man müsse als Star stets super aussehen, da man ja von anderen Stars “beobachtet” werde. Schneider steckt neben seinem musikalischen Repertoire und den bis ins Detail banalisierten Situations-Beschreibungen der besonderen Art sein Publikum besonders damit an, daß er sehr oft über seinen “eigenen Scheiß” lachen muß - sein Markenzeichen schon seit grauesten Anfängen im “Pott”.
Es gab in Mainz natürlich auch reichlich was für´s Auge: “Blaurusse” Gleithman gab sich zu den Stücken mal als Begleitmusiker, mal als wild wuselnder Gymnastik-Tänzer. Zu “Hercules” stemmte er dann showträchtig zwei winzige schwarze Hanteln, die sich - seiner Mimik nach zu urteilen - in seinen Händen zu tonnenschweren Gewichten zu verwandeln schienen.
Einzige kleine Schwachstelle des großartig kurzweiligen Programms war für mich zum Schluß Helges Story vom Zusammentreffen eines Pekinesen- und eines Wespen-Besitzers (der das gute Tier von einer Fliegenklatsche gerettet hatte), die mich nicht so richtig “mitreißen” wollte.
Doch das war schnell vergessen, weil ich den Meister nach seinem Auftritt endlich mal persönlich treffen durfte. Ich erzählte Helge etwas von meinem Internet-Projekt und dem geplanten neuen (TV-) Format, und berichtete davon, daß Marcus und ich vor allem seine alten Hörspiele lieben. Auf meine Fan-”Reklamation”, “Meisenmann” habe diesmal gefehlt, warf Helge diplomatisch-weltmännisch ein: “Hm - das kann ich ja vielleicht mal wieder spielen..!”. Für mich ein ganz besonderes Treffen …ganz ohne “witziges Gequatsche” meinerseits.

Altmeister Helge und meine Wenigkeit wie zwei Hirten auf dem Felde, die den Stern von Betlehem bestaunen…
Bericht: Jörg Buschka
Fotos: Marcus Michaelis




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November 27th, 2008 @ 00:12
Helge Schneider ist einfach klasse.
Bin mit ihm zur Schule gegangen und er war mit 16 schon genau so. Nur danach ist er immer besser geworden.
Viele Grüße
Jörg Mann
http://www.coach-fuer-unternehmer.com