Buschka trifft Henrico Frank
Eben habe ich “in den Straßen Wiesbadens” zufällig Henrico Frank, Deutschlands “berühmtesten Sozialhilfeempfänger”, getroffen. Wir leben ja beide in der hessischen Hauptstadt, und so bescherte uns das Schicksal heute ein Treffen.
Er sah genauso aus, wie man ihn seit zwei Monaten als “Marke” kennt, trug seinen populären Bart und sogar das “Punks not dead”-T-Shirt.
Ich stellte mich zunächst “ordnungsgemäß” vor, und erzählte ihm von meiner Website und von B.e.D. Auf meine Bitte, mir doch etwas für die Leser dieses Vlogs mit auf den Weg zu geben, wurde er erst ganz vorsichtig und verwies auf seine Managerin, aber dann konnte ich ihm doch noch ein paar Worte aus der Nase ziehen. Er wird Anfang März an einer Wiesbadener Demo teilnehmen, über die er mir aber noch nichts genaues sagen konnte. Sein politisches Engagement, so betonte er, habe er immer wahrgenommen. In den nächsten Wochen steht zudem -wie auch schon durch die Presse gegangen- sein Job in einem Punk-Musik-Sender auf dem Plan. Ich fragte ihn, ob er meinen Zuschauern/Lesern etwas sagen wolle.
Sie sollen Rock- und Punk-Musik weiter unterstützen, war seine Antwort. Ich ermutigte ihn, seine Verantwortung als Person in der Öffentlichkeit jetzt auch wahrzunehmen, und sich zu überlegen, was es denn konstruktiv zu sagen gäbe. Er verwies darauf, daß er jetzt natürlich darauf achten müsse, was er öffentlich sagt. Dann folgte ein ernsthaftes Gespräch. Daraus sein Appell: Er ruft Sie/Euch auf, die “Duckmäuserei” aufzuhören, und stattdessen den Mund aufzumachen über das, was hier im Land passiere. Auf meine Frage, was er zu den zurückgegangenen Arbeitslosenzahlen sage, die doch offenbar hauptsächlich mit aus der Statistik gefallenen Ein-Euro-Jobbern zu tun habe, erzählte er mir davon, daß er selbst bereits viel gemeinnützige Arbeit und Zeit als Ein-Euro-Jobber hinter sich habe, und daß man sich das Geld für seine Arbeit “in die Tasche gesteckt” habe. Wir haben dann noch für einen Moment über die Notwendigkeit gesprochen, im Zuge weiter fortschreitender Automatisierung und dem Wegfall weiterer Arbeitsplätze grundsätzlich neue Konzepte rund um die Arbeit und die ggf. Abkopplung vom Lohn in vielen Bereichen zu finden, und ich habe Henrico nochmal gebeten, seine Popularität verantwortungsvoll zu nutzen, soweit ihm das möglich ist (und soweit ihm überhaupt eine Zeitung/ein Sender ernsthaft zuhören werden).
Jau -das passiert Sonntags kurz vor Mitternacht auf den Straßen von Wiesbaden.
Ich empfehle mich -Ihr Jörg Buschka
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