Buschka entdeckt Deutschland

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Gib mir den Samba!

Erschienen im September 2008

(dieser Artikel enthält Fotos, die aber offenbar von manchen Browsern nicht dargestellt werden:)
Ja, bei mir zuhause finden sich irgendwo auch Alben von John Coltrane, Herbie Hancock und De Phazz. Und ich war in Frankfurt mal Montags bei einer dieser berühmten Jam-Sessions dabei. Und auf diversen Helge-Schneider-Konzerten, die eben nicht bloß aus Comedy bestehen. Aber ich kenne mich im Jazz weder aus, noch könnte ich in zwei Sätzen beschreiben, was das ist.
Als ich aber von Till Brönners neuem Album “Rio” erfuhr, wurde ich neugierig - denn ich habe zum gigantischen Millenniums-Silvester 1999/2000 die wilde Stadt am Zuckerhut kennengelernt, und liebe seitdem Samba und Bossa Nova!

Der “bestverkaufende Künstler in der deutschen Jazz-Geschichte” präsentiert auf “Rio” - pünktlich zum 50jährigen Jubiläum der Bossa Nova - ein brilliantes Programm weniger bekannter Stücke, für die er Weltstars wie Sérgio Mendes, Milton Nascimento, Melody Gardot, Kurt Elling, Annie Lennox, Aimee Mann, Vanessa da Mata, Luciana Souza, Larry Goldings und Marcos Suzano gewinnen konnte. Und: auf meinem Lieblingsstück des Albums, “Só danço samba”, singt er zum ersten Mal selbst portugiesisch.

“Rio” hat mich vom ersten Moment an auf eine emotionale Reise mitgenommen. Während es sich in Deutschland gerade endgültig “ausgesommert” hat, hüllt Annie Lennox den Zuhörer des ersten Stückes sofort mit ihrer mächtigen Stimme ein, und zaubert mit “Mistérios” - begleitet vom sehnsüchtig-melancholischen Gesang Nascimentos - die Stimmung eines sommerlichen Abendspaziergangs am Strand durch die heimischen Boxen. Jazz verführt das Ohr hier ganz leicht, viel eleganter als gewöhnlicher, fetter Pop, der in den meisten Fällen den “Haupteingang” nimmt, und durch seinen Elefanten-Bass alle Aufmerksamkeit an sich reißt, ohne das Herz zu gewinnen.
Ganz behutsam verdienen sich Gesang und Gitarre als Hauptelemente meine Aufmerksamkeit, Percussion, Hintergrundgesang, Piano und schließlich Brönners Trompete kommen hinzu.
Und doch will das Album neben Jazz und Bossa Nova auch Pop sein.

“O que será” orientiert sich zwar an Chico Buarques Protest-Texten und Kompositionen gegen die brasilianische Militärregierung der 70er Jahre, hört sich aber sehr frei und lebensfroh an, und läßt mich mit seinem Rhythmus und durch Vanessa da Matas wundervoll gehauchtes Brasilianisch fröhlich auf meinem Schreibtisch-Stuhl wippen. In Gedanken unterwegs mit der kleinen Straßenbahn über das Aquädukt “Arcos da Lapa” zum Bergviertel “Santa Teresa”.
Dort habe ich 1999 mit Freunden in einem Club getanzt, in dem tagsüber Möbel verkauft wurden. Genau dorthin würde auch das dritte - eben schon erwähnte - Stück “Só danço samba” passen.

Spätestens seit dem Film “Magnolia” kennt man Aimee Manns sanfte Stimme, die “Once I loved” seine Tiefe gibt. Till Brönners Trompete umspielt sie verträumt, und erzählt schließlich selber eine Geschichte von Liebe und Sehnsucht.
Eine Stimmung, die Milton Nascimento und Luciana Souza in das Stück “Evening” mitnehmen. Momente wie der Blick vom Berg “Corcovado” auf die schönste Stadt der Welt, wenn am Abend nacheinander alle Lichter angehen, und das brandgefährliche Rio de Janeiro so schön und friedlich aussieht, wie man es von zahlreichen Postkarten und Reisedokus kennt.

Die Trompete übernimmt bei “Ela é Carioca” die Regie, und “singt” zusammen mit dem großen Sérgio Mendes, der mich endgültig in Rio ankommen läßt. Das ist brasilianische Leichtigkeit, die daherkommt wie “Girl from Ipanema” - ebenfalls aus der Feder von Antônio Carlos Jobim. Schöne Körper flanieren an der Promenade, Touristen trinken “Agua de Coco” am Strand.
Melody Gardot nimmt mich auf “High Night” mit in die verlassenen Straßen von Rio, die es (wie mein Hostel-Kumpel John aus New York und ich auf dem Nachhauseweg nach Copacabana feststellen mußten) sonntagmorgens wirklich gibt - dann fährt nicht mal ein Taxi vorbei, das man anhalten könnte.
Auf “Café com Pão” (Kaffee mit Brot) singt Till Brönner wieder selbst. Ein Stück über die Poesie des Alltäglichen in Brasilien, die einfachen Dinge, die das Leben ausmachen. Leicht wie Kaffee und Kuchen (oder Brot).
Auf dem Instrumental “Lígia” kommt mir Brönners Trompete emotional besonders nah; Das Stück erzählt von der Verehrung einer Frau.
Das flehende “Sim ou não” ist trotz seines behutsamen Tempos dramatisch. Kurt Elling singt mit eindringlicher Stimme zwischen Verzweiflung und Hoffnung.

João Donatos “A rã” (Der Frosch) ist sofort im Ohr zuhause. Wie eine Hymne Rios, wie der erste Schluck vom brasilianischen Zuckerrohrsaft, ist das Stück ein perfekter, verspielter Botschafter brasilianischer Lebensfreude. Die Trompete singt wieder in gleicher Reihe mit den Bossa-Nova-vocals, die ihren typischen sich wiederholenden SingSang formulieren, ihr Rio in Tempo und Atmoshpäre wie zum Karneval feiern, und Fernweh verbreiten.
Brönner besingt und bespielt schließlich auf “Bonita” eine mysteriöse Frau, die so verführerisch sein muß, daß er nicht müde wird, um ihre Liebe zu werben, ihr anbietet, sich “zum Clown” zu machen. Wer einmal Brasilianerinnen beim Tanzen beobachten konnte, wird ihn verstehen.
Mit dem leichten und verspielten “Aquelas coisas todas” klingt dieses großartige Album aus, mit dem Brönner seinen Einstand auf der Internationalen Bühne feiert.
Die 13 Stücke haben mir wirklich wieder meinen Brasilien-Besuch ins Herz zurückgerufen, und ich versuche mich gerade zu erinnern, was das für Süßigkeiten waren, die der Bauchladen-Mann da vor der Neuen Kathedrale im Herzen Rios verkauft hat… Gleich nochmal hören, das Ding!

DER TRAILER ZUM ALBUM “RIO” AUF YOUTUBE
Till Brönners Website
Label Website
Till Brönner auf MySpace

Die “Rio Live” Tour 2008:

08.11.08 Salzburg [A] Salzburger Jazz Herbst
25.11.08 Düsseldorf Tonhalle
26.11.08 München Philharmonie
28.11.08 St. Pölten [A] Festspielhaus
29.11.08 Baden-Baden Festspielhaus
30.11.08 Darmstadt Darmstadtium
08.12.08 Hamburg Laeiszhalle - Musikhalle [20:00]
09.12.08 Berlin Philharmonie
10.12.08 Dortmund Konzerthaus
11.12.08 Bremen Glocke
13.12.08 Kiel Kieler Schloss

Bericht: Jörg Buschka
Fotos: Verve/ Universal Music Jazz



Mundgerecht

Erschienen im September 2008

Nachdem ich beim “Rheingau Musik Festival” schon mal einen längeren Auftritt der Gruppe “Basta” gesehen hatte, war ich am 3. September in der Mainzer Rheingold-Halle nun zum ersten Mal auf einem abendfüllenden A Capella Konzert: von den “Wise Guys” aus Köln.

Die fünfköpfige Männergruppe, die bereits auf eine 13jährige Erfolgsgeschichte zurückblicken kann, präsentierte ihr neues Album “Frei!” und bekannte Hits wie “Jetzt ist Sommer” oder ihren Klassiker “Alle meine Entchen” in der ersten Programmhälfte in legerer Freizeitgarderobe, und glänzte nach der Pause in stilechten schwarzen Anzügen, mit denen auch diverse Tanznummern nochmal eine Spur edler zur Geltung kamen.

Die Bühnendeko beschränkte sich auf mehrere schwarze und einen weißen Vorhang. Während der ausschließlich deutschen Lieder gab es dazu eine streckenweise recht “laute” Lightshow, bei der einem vor allem weiße Strobos und Spots nur so um die visuellen “Ohren” flogen.

Mich beeindruckte, wie die Jungs mit ihren Stimmen eine wirklich große Bandbreite an imitierten Instrumenten und Klangteppichen darboten, und daß die Sänger - jeder für sich auch Solist - über exzellente stimmliche Qualitäten verfügten. Insgesamt nicht völlig “meine Musik”, da mir ab und zu dann doch Instrumentalparts und röhrende Gitarren fehlten, aber auf jeden Fall ein außergewöhnlicher Abend mit vielen großen Momenten. Auch die Zwischenmoderationen waren sehr kurzweilig, und überhaupt gab es z.B. bei deutsch-französischen Liebesliedern, einer Mitjammer-Schnulze über Trennungsschmerz, und einem grammatikalisch unterirdisch angelegtem Lied über die Liebe zu einer Deutschlehrerin Einiges zu schmunzeln.

Eines der Highlights des Abends war für mich die Wise-Guys-Interpretation von Michael Jackson´s “Thriller” - mit dem Titel “Schiller”. Auch, wenn ich als 13-facher Jackson-Konzert-Besucher niemals einen echten Vergleich zum Altmeister herstellen würde, gelang hierbei die Verbindung Tanz und Musik am besten - samt toller Lightshow, Vincent-Price-ähnlicher Horror-Lache und klasse “imitierter” Soundeffekte.

Bericht: Jörg Buschka
Fotos: Maria Ekoutsidou



Folklore im Viereck, Folklore konzentriert

Erschienen im September 2008

Am Wochenende war ich zusammen mit der bezaubernden Maria, die die Fotos gemacht hat, auf dem Wiesbadener Open-Air-Festival “Folklore”.

Für wirklich fair gestaffelte Ticketpreise (Fr. 8, Sa. 7, So. 5 Euro) gab´s ein fettes, abwechslungsreiches Programm im hauptsächlich alternativen Ambiente rund um den “Schlachthof” in der Nähe des Hauptbahnhofs. Auf vier Bühnen (2 im Schlachthof, 2 draußen) fand vom Großen Mainstream-Rock über Poetry Slam, Comedy, Reggae, einen “Rammstein-artigen” in Seemanskleidung gehüllten Gröhlsänger, Speedmetal, Funk, Emo und Funpop alles statt, was man sich neben Stände-Schlendern und zwischen-Tipis-und-plantschenden-Kindern-zu-Island-Beats-in-der-Sonne-Chillen so wünschen kann. Neben weiteren Lounges und Ständen mit eigenem Musikprogramm. Mir wurde bloß wieder überall viiiel zuviel gequalmt, und es war ein bißchen schade, daß eine Anwohner-Anzeige wegen Lärmbelästigung dazu geführt hat, daß nach 23h draußen keine Konzerte mehr stattfanden. Gleich am Freitagabend gab´s ein super Programm: Nach einem für meinen Geschmack etwas zu depressiv nölenden Roman Fischer machten die Headliner “Sportfreunde Stiller” wieder gute Laune. Hatten sie auf ihrer Hallentour auf der bisherigen Höhe ihres Erfolgs die Gigs noch eher ein wenig heruntergeschrammelt, waren sie bei uns auf der Parkbühne in bester Festival-Laune.

Das Trio von “Stage TV” folgte mit einer Mischung aus klassischer Artistik, Komik und Performance Art. Die Dame und zwei Herren verzauberten mit bunten, animierten 2- und 3-D-Projektionen, die sie auf ihre weißen Overalls, Leinwände, Schiebekulissen und Hintergründe (als Rückpro) fallen ließen. Parallel lief das Programm auf der Schlachthof-Bühne und in der “Räucherkammer”. “The Kilians” trieben mich mit ihrer Musik wieder rückwärts aus der Halle heraus, und die hippen Berliner “Mediengruppe Telekommander” konnte ich leider nicht sehen. Topact am Samstag waren die alten düster-bombastischen Koblenzer Meister “Blackmail” um Sänger Aydo Abay, der die Menschentraube vor der Parkbühne in seinem Bann hielt. Außer mir schien´s allen zu gefallen - mich erinnern die Arrangements mit der Jaulstimme im gepreßten American English zwar angenehm an Placebo, aber ich habe mit englisch singenden deutschen Bands ohne Native Speaker generell ein Problem… Danach gab´s am gleichen Platz einen nervenden Achim Knorr, dessen Komik komplett an mir vorbei kunstete. Auf dem Gelände liefen an allen Tagen außerdem mehrere “bewegliche Kleinkunst-Projekte” ab, u.a. eine dreist-kauzige Gruppe alter Ladies, die mit ihren “zeitlosen” Blümchen-Kleidern sogar die Konzertbühne einnehmen wollten, und ein Theater-Ensemble aus zweimenschgroßen buckligen Fantasyfiguren, die den Besuchern neugierig ihre großen Köpfe und Riesenhände entgegenstreckten. Bei den Ständen ist mir eine Initiative gegen die erbärmlichen Zustände der Massentierhaltung aufgefallen, die zudem dazu aufrief, gänzlich auf Fleischkonsum zu verzichten. Um sich “für einen Moment auch mal selbst als Konsumware fühlen” zu können, präsentierte der Verein einen Grill mit (künstlichen) verkohlten menschlichen Gliedmaßen. Durchaus angemessen, finde ich, wenn man z.B. mal den Film “We feed the world” von Erwin Wagenhofer gesehen hat…

Auf der Hallenbühne verschreckten mich der bereits erwähnte “Seefahrer” samt Band “Rummelsnuff” zwar ein wenig, aber die funkigen “Sweet Vandals” sorgten danach mit der hüftschwingenden Sängerin Mayka Edjo für rhythmische Bewußtseinserweiterungen.
Am Sonntag fiel mir die Kinderband “Speed” aus lauter11jährigen auf, die mit rotzfrechen Sprüchen und harten Gitarrenriffs die Hütte rockten, und ihr kleines Repertoire gleich doppelt spielten. Um es vorweg zu nehmen: die als krachender Abschluß des Parkbühnen-Programms angekündigte israelische Klezmer-Punk-Band “The Apples” erinnerten mich eher an Jazz mit draufgesetzten Beats. Technisch ordentlich gemachte Musik mit der einen oder anderen Emotion, aber kein Highlight.
Meine klaren Folklore-Favoriten dieses Jahr waren “Stereo Total”, die schon um 18h den Platz zum Toben brachten.


Zum exaltiert-frankoesken Nuschelgesang von Francoise Cactus manipulierte Band-Kollege Brezel Göring die Ohren des johlenden Publikums per Keyboard, und erzeugte in der Menge durch gekonntes Arschwackeln in seiner schwarzen Lackhose gellende Mädchenschreie und Pfiffe der Extase. Zu “Liebe zu Dritt” bekamen die Beiden tanzende Unterstützung einer begeisterten blonden Steckfrisur-Barbie aus dem Publikum, und bei “Wir tanzen im Viereck” hüpften gleich mehrere Zuschauer auf der Bühne mit herum. Cactus spielte wieder mal ihre pinkfarbene Herzgitarre, und Göring schwebte zwischendurch mit nassen Haaren auf einem Meer von Händen - ein Fest für Aug und Ohr!


Danke Wiesbaden - danke Folklore!

Bericht: Jörg Buschka
Fotos: Maria Ekoutsidou; “Sonnenblumen-Foto”: Judith Karl



Post von Meiky

Erschienen im Juli 2008
Unser Stammzuschauer Meiky von “Meiky´s Podcast” hat uns wieder geschrieben. Hier ein Ausschnitt aus der Mail und das tolle Foto dazu:
“Hallo Jörg,
diesen Samstag sind wir wieder einmal auf dem Krämerbrückenfest in Erfurt gewesen. Da war ja die Hölle los sag ich Dir, so eng war es da noch nie.
(…)
Und jetzt weis ich endlich von wo Du, ich glaub in der Erfurt 8 Folge war das, die Anfangsszene gedreht hast.
Ich hab die ganze Zeit überlegt wo Ihr da wohl gestanden habt. Jetzt weis ich es. Denn wir waren auf dem Roten Turm, dem Kirchturm an der Krämerbrücke und beim Runterschauen dachte ich kuck an, denn Blick kennst Du doch.
Sogar meine Freundin hat das sofort gesagt, die hat Dich ja auch gesehen. hehehe
Auch vestehe ich jetzt zum ersten Mal so richtig warum das Krämerbrücke heißt wo ich oben war und ganz unten auf der Halbinsel wo das Mittelalterfest so fett im Gange war.
(…)
Gruß
Meiky”
Dresden


MAINZ Teil 7

Erschienen im Juni 2008

Mainz Buschka Fastnacht Sitzung InterviewWas billigste Gossenblätter beider Länder heraufbeschwören wollen, existiert in Wirklichkeit nicht - im Gegenteil: Deutsche und Polen haben Vieles gemeinsam und kommen sensationell miteinander aus! Bestes Beispiel: Buschka begleitet eine deutsch-polnische Studentengruppe zum Feiern am Rheinufer. Klischees werden aufgerollt über die angeblich nicht “kälteerprobten” Deutschen und die dem Alkohol nicht abgeneigten Freunde aus Polen. Fakt ist, daß der aus Deutschen und Polen bunt zusammengewürfelten Gruppe an diesem Abend ein paar Flaschen Bier durchaus schmecken. Jan und Buschka müssen miterleben, wie ihre Ausrüstung nach und nach den Drehschluß diktiert: zuerst ist das Licht weg, und dann gibt der letzte Kamera-Akku den Geist auf. Bevor der aber “durch” ist, dokumentiert das standfest mitgeführte Digitalgerät noch einige Minuten der heiteren Gespräche, “Ogurek”-Gesänge und “Schulza”-Rufe (als “Reaktion” auf Buschkas Schluckauf). Europa am Rhein!

Download der Folge:

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Adieu Sevenload!

Erschienen im Januar 2008

Schon seit Sommer 2007 haben sich die Strukturen bei Sevenload radikal geändert. Während die Videoplattform 2006 noch vielversprechender Garant für neue Formate mit Niveau war, und man uns mit einem eigenen Internet-”Kanal” dort herzlichst empfangen und entsprechend promotet hatte, zählt nun nur noch Masse. Binnen weniger Monate sind nun Unmengen an neuen “Specials” hinzugekommen. Von 3 (Ende 2006) auf rund 300. Die jeweilige Qualität und vor allem die Gewichtung innerhalb der PR lassen uns schon seit Monaten die Haare zu Berge stehen.
Das Gute: Sevenload zahlt uns seit Mai 2007 ein Honorar für das Hochstellen unserer Sendung dort. Ein Novum, und eine wichtige Unterstützung für die Produktion! So weit so schön. Allerdings deckt der Preis bei weitem nicht die dafür erbrachte Medienleistung unsererseits, und die schon im August 2007 angekündigte Bezahlung für Werbung am Anfang der Folgen ist bisher ausgeblieben. Aber es kommt noch besser: in einem Vertragsentwurf von Mai 2007 (von dem sie lt. aktueller Mail vom 10.01.08 auch keinen Millimeter abrücken wollen) erwartet Sevenload für einen Anerkennungs-Lohn eine Gegenleistung im Werte von geschätzten mindestens 50.000 € pro Person monatlich. Nämlich u.a. die Persönliche Exklusivität (!!) von Jan und mir. Gleichzeitig werden uns darin Werbebeteiligungen mit so niedrigen Prozenten angeboten, daß wir beide davon Haare auf dem Rücken bekommen haben (die dann auch wieder zu Berge stehen konnten). Kurz: unser Medien-Jurist hat uns ausdrücklich davor gewarnt, einen solchen Vertrag zu unterschreiben. Was bleibt, ist aber die Tatsache, daß Sevenload nicht nur “gelabert” haben (wie zu viele im “Web 2,0-Business”), sondern immerhin auch wirklich monatlich Geld überwiesen wurde. Da wir aber nach wie vor nicht akzeptieren KÖNNEN, unsere Arbeit zu derart “rumänischen” Konditionen vertraglich zu verkaufen, wird es ab sofort keine Zusammenarbeit mit Sevenload mehr geben. Die neuen Teile (Vollversion oder Kompakt) gibt es wie gewohnt hier auf buschka-entdeckt.de oder als Kompakt direkt auf Youtube.de.

Wir verhandeln parallel besonders emsig seit unserer Nominierung als “Journalisten des Jahres” mit mehreren interessierten Partnern, die uns gern ein neues Internet-Zuhause geben würden.
Es bleibt also spannend!

Herzliche Grüße,

Jörg Buschka



Nominierung für den Journalismuspreis “Goldener Prometheus”

Erschienen im November 2007

Jörg Buschka und Jan Vogel waren mit “Buschka entdeckt Deutschland” für den “Goldenen Prometheus” in der Kategorie “Onlinejournalist des Jahres” nominiert, der am 28. Januar in Berlin verliehen wurde. Jörg und Jan befinden sich damit in illustrer Gesellschaft von Kollegen wie Anne Will, Reinhold Beckmann und Stefan Aust, die in ihren Kategorien ebenfalls “heiß gehandelt” wurden!

Die Begründung für die Nominierung:

“Das Wiesbadener Zwei-Mann-Filmteam, bestehend aus dem freien Journalisten Buschka und Medienwirt Vogel, fährt alle paar Wochen in eine andere deutsche Stadt und dreht herrlich improvisierte Stegreif-Reportagen. Buschka fragt sich frech und direkt durch Fußgängerzonen in Fulda, Trier oder Bad Kissingen und kommentiert mal klug, mal unerhört albern, was er sieht. So entstehen ganz unkonventionelle, herzliche Porträts der Städte und ihrer Bewohner, die ohne Klischees auskommen und komplett anders funktionieren als herkömmliche TV-Reportagen.”

Bekommen hat den Preis Spiegel-Kulturmann Matussek, der neben der ARD-Serie “Matusseks Reisen” ebenfalls auf Online-Videos setzt. Zu Jörg meinte er am 28. 01. auf der Gala in Berlin: “Ich kenne Buschka entdeckt Deutschland! Hab mir z.B. die Stuttgart-Folge angeschaut, weil ich da herkomme.”. Jörg und Jan wurden von einem Kamera-Team von Deutsche Welle TV begleitet; das Ergebnis gibts wohl gen April als Einspieler zu einem Studio-Talk zu sehen. Details werden noch bekanntgegeben.



So! Spaß!!

Erschienen im September 2007

Zwischen “Freuet Euch des Herrn allewege…” und “Im Schweiße Deines Angesichts sollst du dein Brot essen…” liegt irgendwo der Spaß. Gestern habe ich mal wieder einen vollen Tag dieser Form der Wellness gewidmet, und bin mit meinem alten Freund Thomas aus Düsseldorf ins Phantasialand nach Brühl bei Köln gefahren.
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“Die Suppe besiegt”: Jörg Immendorffs gesamtes grafisches Werk in Mainz

Erschienen im Juli 2007

Es war meine erste Immendorff-Ausstellung, die ich gestern in Mainz besucht habe. In der Rheingoldhalle wird noch bis zum 26. August sein gesammeltes grafisches Werk ausgestellt. Die Linoldrucke, Radierungen, Lithografien, Fotografien, Stempeldrucke und Buch-Cover-Entwürfe des erst am 28. Mai diesen Jahres verstorbenen Malers, Ex-Maoisten und “Künstlers der Einheit” haben mich sehr beeindruckt. Nicht einfach zu lesen, vielleicht, weil Immendorffs sehr präsente und kontrastreich inszenierte Figuren -gesellschaftskritisch und politisch motiviert- Haltungen und Inhalte kommunizieren, die ein solides Grundwissen über die Sujets voraussetzen.
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Ulrich Mühe ist tot

Erschienen im Juli 2007

Der große Ulrich Mühe, der auf dem Höhepunkt seiner Karriere als Stasi-Offizier im Oscar-gekrönten Film “Das Leben der Anderen” brillierte, erlag bereits am Sonntag seinem Magenkrebs-Leiden. Noch am vergangenen Wochenende hatte der 54-jährige in einem Zeitungs-Interview verlauten lassen, daß er sich nach seiner schweren Operation nun bis auf weiteres vom Filmgeschäft zurückziehen werde.
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