Buschka entdeckt Deutschland

Guantánamo in Deutschland

Gespeichert unter: Allgemein — 9. Juli 2007 @ 10:45

Was für absurde Szenarien muß man dieser Tage aus dem Munde von Schäuble ertragen? Jetzt sind wir bereits bei der Überlegung, gezielte präventive Tötungen von mutmaßlichen El Kaida-Führern auch in Deutschland zu diskutieren -und des Volkes Stimme plappert in Voxpops (Straßenumfragen) auch noch munter: “Ja, wir sind momentan nun mal in einer Ausnahmesituation in Deutschland!” (”zufällig” ausgestrahlt vom gleichen Sender, der uns fast täglich mit Dokus über tollen US-Kriegs-Hi-Tech zumüllt oder uns ungefragt liebevoll-detailreich über den US-Waffenmulti Lockheed informiert).

Wozu jetzt solche Hysterie auch in deutschen Amtszimmern? Niemand kann einen “Krieg gegen den Terrorismus” gewinnen! Da können wir uns noch so engagiert daran beteiligen wollen. Selbst die Illusion, mit El Kaida ja dem Feind nun seit längerem ein konkretes Gesicht geben zu können, ist Augenwischerei. Terror definiert sich ja schließlich u.a. erst dadurch, daß es keinen greifbaren Feind gibt… Natürlich hat hier keiner “Lust auf explodierende Hochhäuser”, aber die Frage ist doch, was Sinn macht und was überzogene Schnellschüsse sind. Organisatorisch hätte es durchaus den “Flair der Stasi”: Man könnte jetzt tausende akribischer Personal-Akten und Riechproben lagern, aber es gäbe gar nicht das Geld und die Manpower, später alles sinnvoll miteinander zu verknüpfen. Im Gegenteil: ich habe in Wiesbaden z.B. schon häufiger Gewaltvorgänge bei der Polizei gemeldet, die mit dem “normalen Tagesgeschäft” schon mehr als genug zu tun hat; einmal war selbst nach einer halben Stunde noch keine Streife da, so daß ich schließlich einen anderen Polizeiwagen auf der Straße anhalten mußte. Und aus meiner Reporter-Zeit beim SWR liegt mir noch eine interne Studie vor, die mir damals ein Regionalpolitiker zugespielt hatte. Sie besagt deutlich, wie unterbesetzt viele Polizeidienststellen in Rheinland-Pfalz sind. Herr Schäuble sollte vielleicht erstmal realistisch vor diesen Türen kehren, bevor er neue “Minority-Report”-Fantasien in den Äther posaunt!

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