Mundgerecht
Nachdem ich beim “Rheingau Musik Festival” schon mal einen längeren Auftritt der Gruppe “Basta” gesehen hatte, war ich am 3. September in der Mainzer Rheingold-Halle nun zum ersten Mal auf einem abendfüllenden A Capella Konzert: von den “Wise Guys” aus Köln.
Die fünfköpfige Männergruppe, die bereits auf eine 13jährige Erfolgsgeschichte zurückblicken kann, präsentierte ihr neues Album “Frei!” und bekannte Hits wie “Jetzt ist Sommer” oder ihren Klassiker “Alle meine Entchen” in der ersten Programmhälfte in legerer Freizeitgarderobe, und glänzte nach der Pause in stilechten schwarzen Anzügen, mit denen auch diverse Tanznummern nochmal eine Spur edler zur Geltung kamen.
Die Bühnendeko beschränkte sich auf mehrere schwarze und einen weißen Vorhang. Während der ausschließlich deutschen Lieder gab es dazu eine streckenweise recht “laute” Lightshow, bei der einem vor allem weiße Strobos und Spots nur so um die visuellen “Ohren” flogen.
Mich beeindruckte, wie die Jungs mit ihren Stimmen eine wirklich große Bandbreite an imitierten Instrumenten und Klangteppichen darboten, und daß die Sänger - jeder für sich auch Solist - über exzellente stimmliche Qualitäten verfügten. Insgesamt nicht völlig “meine Musik”, da mir ab und zu dann doch Instrumentalparts und röhrende Gitarren fehlten, aber auf jeden Fall ein außergewöhnlicher Abend mit vielen großen Momenten. Auch die Zwischenmoderationen waren sehr kurzweilig, und überhaupt gab es z.B. bei deutsch-französischen Liebesliedern, einer Mitjammer-Schnulze über Trennungsschmerz, und einem grammatikalisch unterirdisch angelegtem Lied über die Liebe zu einer Deutschlehrerin Einiges zu schmunzeln.
Eines der Highlights des Abends war für mich die Wise-Guys-Interpretation von Michael Jackson´s “Thriller” - mit dem Titel “Schiller”. Auch, wenn ich als 13-facher Jackson-Konzert-Besucher niemals einen echten Vergleich zum Altmeister herstellen würde, gelang hierbei die Verbindung Tanz und Musik am besten - samt toller Lightshow, Vincent-Price-ähnlicher Horror-Lache und klasse “imitierter” Soundeffekte.
Bericht: Jörg Buschka
Fotos: Maria Ekoutsidou
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