Rechtsfreie Räume in Deutschland?
Das TV berichtet uns: In Berlin geht´s los! Jugendliche Krawalle flammen auf, in “rechtsfreien Räumen” (was so offiziell noch abgestritten wird) werden Polizei und andere staatliche Organe teilweise schon nicht mehr akzeptiert. Übertriebene Sensations-Mache?
Ausnahmefälle? Oder soll man das schon mit den Ereignissen in französischen Vorstädten vergleichen?
Es wird berichtet, daß es sich bei den Vorfällen in Berlin um Jugendliche migrantischer Herkunft handelt, parallel dazu scheint die Bereitwilligkeit zur Kommunikation unter Jugendlichen unterschiedlicher ethnischer Gruppen in Deutschland wirklich “im Keller” zu sein. Wie die jüngsten Ereignisse in Berlin zeigen, sind die Jugendlichen offenbar nicht mehr bereit, geltendes Gesetz zu akzeptieren. Natürlich darf der Staat das nicht zulassen. Aber wie kann darüberhinaus Jeder in Deutschland Lebende endlich langfristig eine echte, “gesunde” Identität für sich definieren (wollen), und wie kann die dringend notwendige Integration wirksam vorangetrieben werden?? Wie sehen die konkreten Schritte dahin für Jeden von uns im Alltag aus?? Schauen wir weiter weg -oder reden wir endlich? Wie und wo reden wir miteinander?
Fehlende Ausbildungschancen und Arbeitsplätze werden von ersten Analysten als Hauptursache genannt.
Also wieder das neue alte Thema Arbeitslosigkeit!
Und auch nicht neu: Experten aus “allen Richtungen” mahnen (siehe z.B. brandeins Ausgabe Sept. 2005), daß es eine völlig logische Entwicklung der Automatisierung ist, daß Produktivität mit immer weniger Arbeitskraft erzielt werden kann -daß also einfach nicht mehr Jeder als vollbeschäftigter Arbeiter benötigt wird! Finden wir also Wege, den Lebensunterhalt in Zukunft von der reinen Erwerbsarbeit abzukoppeln (so wie wir auch adé sagen müssen zum jetzigen Rentensystem…), und sichern wir ihn über andere Konstanten? Kann dennoch Jeder arbeiten -im Sinne von “sich einbringen”? Sinn finden in befriedigenden, wertvollen Tätigkeiten? Z.B. im Ehrenamt. Werden wir Diejenigen als völlig gleichwertig respektieren, die für ihre Arbeit kein Geld bekommen?
Die Maschinen werden nie alle Arbeit übernehmen können, aber momentan sind sie weltweit im Dienst einiger Weniger, die die daraus resultierenden Ungleichheiten herrlich geschickt ausnutzen können.
Das Establishment hat bestimmt kein wirtschaftliches Interesse daran, diese technischen Möglichkeiten ihren rechtmäßigen Eigentümern zu überlassen -nämlich ALLEN Menschen-, sondern sie ist durch ihre Strukturen nahezu darauf angewiesen, nötiges Umdenken zu leugnen, und auf dem kargen Nährboden knallharter, existenzieller Zwangssituationen -momentan eben “bequem” resultierend aus unserem falschen Umgang mit Arbeitslosigkeit- weiterhin ihre Macht zu schöpfen… …Massenentlassungen, unverschämte Dumpinglöhne, und monatelange unbezahlte Praktika sind nur die Spitze des Eisbergs!
Ein weiser älterer Herr, mit dem ich manchmal am Rheinufer in Biebrich spazierengehe, faßt das besser zusammen, als ich Politik-Grünschnabel das könnte: “Es ist letztlich sogar egal, welches politische System gerade die Zügel in der Hand hält -es kommt immer nur auf einzelne Personen (in der Politik UND in der Industrie!) an, die ihre Macht richtig einsetzen -oder nicht”.
Meine Frage zum Schluß: Wie vertreiben wir “in der Zwischenzeit” die Rechten Demagogen wieder aus der Jugendarbeit unserer Gemeinden und aus den Parlamenten, und wie nehmen wir den “Clash-of-culture”-Nutznießer-Hassprediger-Wasweißichs ihren “Pseudo-Identitäts”-Einfluß wieder gründlich ab?
Wann kapieren wir, daß -wenn wir unsere Gesellschaft á la “Brot und Spiele” weiterhin wehrlos verdummen lassen- IMMER Andere kommen werden, um die hohlen Gehirne mit lauter Scheiße zu füllen? Sind wir irgendwann nur noch (anspruchslose) Konsum-Idioten? Umgeben von lauter Schrott, der uns durch schlaue “Bedürfniserzeugung” (weil Gewinnmaximierung nicht nach Sinn fragt) eingeredet wurde? Und kommen jetzt auf diesen Beitrag wieder nur hohle Poser-Sprüche? Ja, ich packe da etwas naiv tausend Dinge in einen Hut. Aber ich habe nur mein Gehirn. Und das MUß sich in der Welt zurechtfinden. Ich gehe mal davon aus, daß es Anderen ähnlich geht. Schönes Wochenende!
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