Sind wir eigentlich SO blöd????
Aus ´ner (zugegebenerweise denkbar berechtigten) nicht für die Presse gedachten Bemerkung von Kurt Beck einem Arbeitslosen gegenüber wird jetzt medial eine beispiellose HARTZ-IV-Empfänger-Hetze, wie man´s seit “Florida-Rolf” nicht mehr gesehen hat! Da hat das Establishment wieder seinen Stammtisch-Tratsch-fähigen Buhmann. Ich sehe schon im Geiste die neuen rechten Wahl-Plakate vor mir: “Unser Deutschland ohne Schmarotzer!”… Ich kenne Henrico Frank übrigens persönlich von diversen Demos hier in Wiesbaden.
So what. Ein Demonstrant wie Du und ich -halt mit Nasenring und sonstwas. Vielleicht ist es ja auch wirklich absurd, daß er keinen der 7 angebotenen Jobs annehmen möchte, aber dürfen WIR uns deshalb davon ablenken lassen, daß uns die Bundesregierung gerade z.B. mit angeblich “1,6 Mio. Arbeitslosen weniger” bescheißt (wo das Gros davon doch in Wirklichkeit 1-Euro-Jobber sind, die weder in ihrem alten Job arbeiten, noch irgendwelche Rücklagen für´s Alter bilden können…) !??? VERGLEICHSWEISE ist der Mißbrauch von Sozialgeldern prozentual doch NICHTS (!!!) gegen die massiven Steuergeschenke an die Großindustrie, die permanent mit Abwanderung in´s Ausland droht, und unsere Arbeitsplätze zu einzigen Ausnahmesituationen macht -ohne bezahlte Überstunden, mit Lohnkürzungen, und und und. Nur, weil irgendwelche Damen & Herren der Banken “da oben” im Konzert mit anderen Global Players ihr schmieriges Aktien-Poker weiterspielen wie gehabt (ach wie leid sie mir tun, daß sie ja von “feindlichen Übernahmen” bedroht sind…). WIR kapieren längst nicht mehr, was da im Einzelnen passiert. Astronomische ZIELE werden von ihnen angepeilt und mit brachialer Gewalt durchgepeitscht. Mitten in unserer so soften westlichen Gesellschaft. Uns geht´s ja so gut. Wir sind nichts weiter als dummgehaltenes Freiwild! Das lassen wir mit uns machen. Wie wir hier leben, ist nicht der Normalzustand, sondern das passiert verdammt nochmal auf dem Rücken Anderer -und inzwischen auch auf Kosten von uns selbst. Wenn hier weiterhin keiner das Maul aufmacht, geht´s ganz ganz böse bergab!!!
Wann reden wir überhaupt mal davon, daß Arbeitslosigkeit bloß ein schlaues politisches Mittel ist, um Macht zu behalten? Ich sag´s nochmal: ALLE “da oben” dürften längst wissen, daß im Zuge der Industrialisierung und Automatisierung VOLLZEIT-ERWERBSARBEIT gar nicht mehr zeitgemäß ist, sondern daß wir über ganz neue Modelle nachdenken müssen. Hohe Arbeitslosenzahlen sind eine LOGISCHE KONSEQUENZ daraus, wie unsere Industrie funktioniert. Also laßt uns Arbeit endlich neu und angemessen modern definieren, laßt uns über eine Abkoppelung von Leistung und Gehalt sprechen. Klingt absurd? Hab´ich auch erst gedacht. Wer beteiligt sich an der Diskussion, ohne bloß wieder Müll hier reinzuposten? Danke. Fröhliche Weihnachten!

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Dezember 22nd, 2006 @ 13:37
Das Festhalten an einer Illusion wie der Vollbeshäftigung wird unserer Generation noch richtig viele Probleme machen. Denn statt, daß sich Politik endlich mal überlegt wie das Zusammenleben einer Gesellschaft unter neuen Rahmenbedingungen funktionieren kann, werden Ziele und Rezepte der 80er Jahre ausgepackt. Ich trete schon seit vielen Jahren für das Theme Bürgergeld/Grundeinkommen ein und versuche dieses Thema auch immer wieder in meine Partei (jo, jo, jo… es ist die SPD… Schlimm, wenn man sich dafür inzwischen manchmal sogar fast entschuldigen möchte) zu tragen - bisher mit überschaubarem Erfolg. Trotzdem bleibe ich dabei: Wenn jemand geschickt ist, dann wird die nächste Bundestagswahl über genau dieses Thema entschieden!!!
So weit erstmal von mir. Muß nun weiter arbeiten - denn noch hab ich einen Job ;-)
Dezember 22nd, 2006 @ 13:39
Achja: In der ersten Freudenshow habe ich Götz Werner nicht ohne Grund lobend erwähnt ;-)
Aber nun wirklich wieder arbeiten…
Dezember 22nd, 2006 @ 13:54
Danke für Deine konstruktiven Kommentare! Das sollte doch für Andere Anreiz genug sein, hier auch mal etwas ernsthaft zu posten. Nicht immer dieselben. Dat Volk ist gefragt!!
Lieber Gruß,
Jörg
Dezember 24th, 2006 @ 13:35
Das “Volk” meint: Genug gepienzt, now get your fucking ass in gear!
Es kann ja wohl nicht wahr sein, dass man sich beschwert, dass man keinen Job zugetragen bekommt. Wenn ich nichts bekomme, muss ich mich selbst auf die Suche begeben. Wenn ich dann nichts finde, muss ich mich halt fortbilden (schadet ohnehin niemand *g*). Zur Not mache ich mich selbständig und gehe putzen, bügeln oder einkaufen.
Ich kann dieses Geheule nicht mehr hören “Niemand organisiert mir einen Job!” oder “Ne, also für so wenig Geld gehe ich nicht arbeiten, dann lieber auf Kosten der Gruppe” (Gruppe war bewusste gewählt, nicht Der Staat zahlt, sondern wir).
Es wird Zeit zu verstehen, dass die Initiative von den Menschen ausgehen sollte und nicht ausschließlich von der Politik ausgehen kann, und … - so leid mir dasss tut - Dein Demokumpel ist ein Paradebeispiel für Gruppenschwein.
Gruß Rauti
Dezember 26th, 2006 @ 20:55
H.F. ist nicht mein “Demokumpel”. “Von Demos kennen” meint halt einfach, ich habe ihn da gesehen.
Deine Mail zeigt auf geradezu brilliante Weise, wie wirksam man durch gelenkte Informationen die Masse medial programmieren kann.
Das eigentliche “Gespräch” zwischen H.F. und Kurt Beck interessiert doch gar nicht -was so beispielhaft ist, ist wie das darin enthaltene Hetz-Potential bis zur Schmerzgrenze ausgereizt wird. Wie gesagt: offenbar mit Erfolg!
Dezember 27th, 2006 @ 15:25
Joerg, du verschießt viel Munition in unterschiedliche Richtungen. Einiges davon mag treffen, anderes sind Luftnummern. Ganz klassisch und stilistisch zielsicher geht dein Hauptfeuer in vier Richtungen:
1. Kurt Beck hat als Politiker in der Öffentlichkeit mit seinem Statement à la “Wer so rumläuft, braucht sich nicht wundern, dass er keinen Job kriegt” selbst ins Aus gestellt.
2. Einige führende Politiker bagatellisieren bzw. überspitzen mittels quantitativer Methoden brisante Themen.
3. Der Kampf Wirtschaftsethik vs. ökonomische Interessen geht - wenn er denn überhaupt geführt wird - immer öfter zu Gunsten der monetären Belange aus.
4. Die deutsche Gesellschaft hält an überholten Beschäftigungsmodellen fest und verschließt sich den Möglichkeiten moderner Arbeit.
Vorweg etwas Schockierendes: Kurt Beck interessiert mich genauso viel oder wenig wie Henrico Frank. Beide Menschen werden in der Versenkung verschwinden, entweder mit der nächsten Wahlperiode oder mit der nächsten Auszahlung der Sozialhilfe. Von elementarer Natur ist lediglich, dass die Konfrontation Beck / Frank wieder eins gezeigt hat: Spitzenpolitiker haben keine Achtung vor der Leistung und dem Werk anderer (es sei denn sie haben es in Auftrag gegeben). Es ist dabei völlig unabhängig, ob es dabei um das Lebenswerk “des Heidelbergers Professors” geht oder um einen Bürger, der sich sozial vernachlässigt fühlt und sein Leben anders bestreiten muss. Ein Volk kann nicht nur aus Dichtern und Denkern bestehen. Spätestens seit PISA wissen wir, dass das auch für Deutschland gilt. Trotzdem muss ein gegenseitiger Respekt herrschen. Mit Kommentaren wie denen einiger Politpromis und der anschließenden medialen Verbreitung dieses Geschwafels wirds NIX mit Respekt. Von keiner der beiden Seiten. Gute Erziehung ist ein Anfang, auf den man sich immer wieder berufen können sollte. Und wer es gerne etwas moralisch “dünner” hat, kann sich auf Dieter Nuhr berufen “Wenn man nichts zu sagen hat, einfach mal sie Fresse halten”.
“Trau keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast” lernt jeder (Pseudo-)Ökonom oder Jurist bereits im Grundstudium. In den Ministerien ist das Vertrauen erschreckend GROSS! Um als interessierter Bürger den Durchblick zu behalten hilft nur: Sich selbst informieren und aus der vorgekauten statistischen Rohkost eine nahrhafte Mahlzeit zu machen. Wer das alleine nicht kann oder will, hat die Chance sind online oder direkt um die Ecke an Diskussionen und Debatten, sei es am Stammtisch oder in einem Forum an einer Hochschule, zu beteiligen. Auch an einer Diskussion teilzunehmen und zuzuhören ist bereits eine aktive Verweigerung der Aufnahme von staatlich zubereiterer Zahlentrennkost. Der Impuls bzw der Appetit dazu muss aber von jedem selbst kommen. Wenn man zu lange nur den Einheitsbrei zu essen bekommt, kriegt man irgendwann Entzugserscheinungen, die über Hunger hinausgehen. Wenn man dann erst geistig verkümmert, paron, vergungert ist, ist es zu spät.
Immer wieder wird von den Medien und der Politik gefordert, dass Unternehmen ihren gesellschaftliche Verantwort wahrnehmen. Das Prinzip dahinter nennt sich Wirtschaftsethik. Den Ball spiele ich aber gerne an Medien, Poltiker und das “gemeine Volk” und greife die Überschrift des Beitrags auf “Sind wir eigentlich SO blöd????” indem ich antworte: Ja, sind wir, weil wir es nicht schaffen ein Beispiel zu sein und dann, wenn wir es vorleben, auch das Gegenstück, nämlich nachhaltig unternehmerisches Handeln, einzufordern.
Und nun das finale Thema Arbeitsmodelle: Wieder zeigt sich, dass Deutschland das Land der Doppelmoral ist. Auf der einen Seite werden Arbeitszeiten kürzer (bzw das Geld für mehr geleistete Zeit weniger) und auf der anderen Seite wird das Rentenalter angehoben. Im Endeffekt arbeitet man also weniger Stunden für weniger Geld, aber man ist länger auf dem Arbeitsmarkt. Siehe oben: Wir sind zu blöd eine nachhaltige Lösung zu realisieren. Traurig, aber so ist es.
Dezember 27th, 2006 @ 19:13
@Jörg: Klar ist, dass wir von den Medien manipuliert werden, genauso wie durch unser Umfeld, unsere Erziehung und unsere Arbeit.
Im vorliegenden Fall mag MEINE Meinung mit der des durchschnittlichen BILD-Lesers übereinstimmen, doch ist es meine Meinung und nur um nicht als manipulierbar zu gelten eine gegesätzliche Meinung zu vertreten kann wohl auch nicht Sinn der Sache sein.
Beruflich kann ich sagen, dass ich weiß wovon ich rede, wenn ich sage, dass für einen großen Teil (obgleich nicht den “Großteil”) der Arbeitslosen Möglichkeiten gibt, sich Selbständig zu machen. Für viele wird es nicht ausreichen um reich zu werden oder sogar nur davon leben zu können, doch ist es eine Aufgabe, die fordert und auch Bestätigung mit sich bringt.
Darüber hinaus werden für Interessierte jede Menge an Fortbildungsmöglichkeiten angeboten, die jedoch von den wenigsten genutzt werden, außer sie werden von der Agentur dazu gezwungen.
Zuletzt hat die “Spargelernte” Anfang des Jahres unstrittig offenbart, wie es mit der Bereitschaft ausssieht auch Arbeit zu übernehmen, die mit Unannehmlichkeiten (z.B. Körperliche Arbeit) verbunden ist. Die meisten machten gar keinen Hehl daraus, dass sie schlicht “keinen Bock” hatten.
Abschließend eine kleine Geschichte, die sich vor vier bzw. zwei Wochen in einer Kneipe abgespielt hat.
Ich (R:) bin damals mit einem ca. 40-jährigen Mann ins Gespräch gekommen und irgendwie sind wir darauf gekommen was er (E:) so beruflich macht.
E: “Früher habe ich in einem Kino Karten abgerissen”
R: “und was machst Du heute?”
E: “Also, ich könnte sofort wieder einen neuen Job haben”
R: “Ok, aber was genau machst Du denn jetzt?”
E: “Momentan mache ich nichts”
R: “und wovon lebst Du dann?”
E: “Ich bekomme Geld vom Amt”
R: “Aber ich dachte, Du könntest sofort wieder einen neuen Job bekommen?!”
E: “Ja, aber ich habe gerade keine Lust, der letzte Job hat am Ende genervt”
R: “Aber Du könntest doch arbeiten. Du tust dies nur deshalb nicht, weil Du keine Lust hast und dann bekommst das Geld vom Amt?”
E: “Ja!”
R: “Findest Du das cool?”
E: (mit einem Grinsen): “Ja”
R: “Du bist eine Pfeife!”
E: (Grinsen schwindet): “Wieso?”
R: “Du könntest arbeiten?”
E: “Ja”
R: “Du hast nur keine Lust”
E: “Ja”
R: “Du bekommst Geld vom Amt”
E: “Ja, natürlich”
R: “Und das findest Du auch noch cool”
E: “Ja”
R: “Siehst Du, Du bist ne Pfeife!”
R: (zum Barkeeper): “Ein Bier auf mich für ihn hier (zeige auf E)”
E: “Wenn ich ne Pfeife bin, wieso gibst Du mir dann ein Bier aus?”
R: “Ich bezahl es ja ohnehin!”
zwei Wochen später…
Ich bin mit ein par Freunden in der selben Kneipe. E ruft mich zu sich.
E: “Hey, komm mal rüber ich will Dir ein Bier ausgeben”
R: “Hallo, wieso bekomme ich ein Bier ausgegeben?”
E: “Ich wieder arbeitssuchend”
So kann es auch manchmal gehen ;-))
Gruß Rauti
Dezember 27th, 2006 @ 19:51
Erstmal DANKE für Eure Beteiligung!
@Edgoth:
Welches sind bitte meine “Luftnummern”?? Ich halte mich keinesfalls für unfehlbar, aber dann nenn doch bitte auch Roß und Reiter.
zu 1: Ich finde die Bemerkung Becks innerhalb seines “Wahrnehmungsradius” verständlich und nachvollziehbar. Das Gespräch war nie für die Öffentlichkeit gedacht, und er hat einfach seine Meinung gesagt. Plump -aber irgendwie verständlich.
zu 2: Wat heißt dat auf Deutsch ?? ;)
zu 3: ”
zu 4: JA!!!
(ich finde es ELEMENTAR WICHTIG, eine verständliche Sprache zu sprechen. Nicht die Fachwort-Debatten unter Spezialisten sind entscheidend, sondern die Kommunikation über alle “Standesgrenzen” hinweg)
Zu Deinem Text:
Ich stimme Dir weitestgehend zu (allerdings hat sich ja herausgestellt, daß PISA fehlerhaft und somit nicht anwendbar ist).
Die Vergangenheit hat leider gezeigt, daß die Impulse von Individuen nicht ausreichen. Darin liegt eine fast philosophische Crux: Ich fürchte, die Variante “Große Vordenker” isset (siehe 1933 - 1945) nich -aber die des “Mündigen Volks” wohl leider auch nicht. So dringend notwendig letzteres wäre. Putin´s Pressesprecher ist immerhin so ehrlich, davon zu sprechen, daß es in Rußland eine Demokratie gäbe, aber eben eine “gelenkte”. All das hat zwei Seiten… Um ehrlich zu sein, weiß ich keine Lösung.
Das Mysterium ist schon das WIR per se. Am Ende stehen wir halt doch immer irgendwie allein da, werden die gerufenen Geister nicht mehr los, und pappen Jeder für sich mit Doppel-Sekundenkleber bombenfest am Stuhl des eigenen Schicksals. Dennoch erlaube ich mir in meinem kleinen Rahmen hier, naiv manchmal große Themen anzustoßen.
Ich weiß auch nicht, ob ein GRUNDGEHALT und eine grundsätzliche neue Diskussion über Wirtschaftsethik die allernächsten Schritte sind, aber es ist auf jeden Fall wat faul (z.B.) im Staate Dänemark. Und wir reden drüber.
@Rauti: Du schreibst nicht, woher Deine Informationen stammen. Das, was Du beschreibst, sind die Schwarzen Schafe. Es ist -auch aus eigener Erfahrung heraus- keinesfalls so, daß heutzutage Jeder, der wirklich WILL auch eine Arbeit bekommt. Und es muß m.E. Niemand, der entsprechend qualifiziert ist, über längere Zeit irgendeinen Sklavenjob annehmen, denn dadurch wird der “Volkskörper” in seinem Potential geschwächt, und die teuer angelernten Fähigkeiten gehen verloren. Wenn wir z.B. laut anfangen würden, der Regierung aufzutischen, dat sie sich mit den gepimpten Arbeitslosenzahlen gern selbst verarschen kann, und daß man über die Arbeit der Zukunft völlig neu diskuttieren muß, wäre das besser als garnix.
Beste Grüße,
Jörg
Dezember 27th, 2006 @ 20:52
Zum einen gebe ich Dir insoweit Recht, dass nicht jeder, der möchte arbeit bekommt. Dabei geht es zum einen nicht nur um die schlecht bis gar nicht Qualifizierten, sondern inzwischen auch um Leute mit Berufsabschluss, Berufserfahrungen und Akademiker.
Doch ich bleibe bei meinem Statement: Man kann nicht immer nur abwarten, bis einem Arbeit auf einem silbernen Tablett präsentiert wird. (Fast) Jeder kann irgendetwas. Warum nimmt man nicht mal selbst das Heft in die Hand und macht sich selbständig. Selbst wenn es (zunächst) nicht ausreicht um davon zu leben, so unterstützt der Staat jeden weiterhin und der “Selbständige” hat wieder etwas zu tun. Auf diese Weise sammelt er auch Erfahrung und zeigt einem späteren potentiellen Arbeitgeber Eigeninitiative und Verantwortungsbewußtsein.
Laut IHK Saarland gibt es inzwischen z.B. mehr Ausbildungsangebote als Nachfrage, bzw. solche die befähigt wären, diese anzunehmen.
Habe gerade Besuch bekommen, der Rest folgt.
Gruß Rauti
PS: Was hältst Du von meiner kleinen Anekdote?
Dezember 27th, 2006 @ 22:59
Lieber Rauti,
deine Anekdote mit dem Arbeitslosen ist -wie gesagt- m.E. ein Beispiel für ein Schwarzes Schaf. Solche Idioten gibt´s immer -genauso wie fahrlässig plump vorgehende \”Kollegen\” Jan und mir \”verbrannte Erde\” hinterlassen, wie wir manchmal mitbekommen, wenn´s einfach nur um ein Interview geht. Viele vermuten zunächst mal eine Verarschung wie man es von diversen TV-Formaten kennt, und Wenige vertrauen meinen ehrlichen braunen Rehäugelchen, daß ich sie im Interview nicht verarschen möchte, sondern mich wirklich für sie interessiere ;)
Das Problem ist aber, daß \”die Wirtschaft\” zwar schon wieder positiv abgeht, aber dabei leider die Menschen, die die Arbeit leisten, zurückläßt!! Einige Hundert immer \”elitär-weniger-Werdende\” haben es tatsächlich geschafft, daß das Gros der Leute für sie rackert und dafür immer weniger bekommt. Und wie gesagt: mit dem Gespenst Arbeitslosigkeit läßt sich immer noch am Besten Tür und Tor öffnen, als Industrie feine Vergünstigungen zu bekommen -so wie es weltweit einfach ein toller Markt ist, angesichts der Angst vieler Länder schön Waffen verchecken zu können. Daß dann wegen des ungerechten Arm-Reich-Gefälles immer mehr Mitglied der Arschlochkarten-Seite auf den Arbeitslosen rumhacken, ist ein bekanntes Symptom unserer Zeit.
Natürlich täten wir insgesamt ganz gut daran, etwas von dem früheren DDR-Miteinander im aktuell längst nicht mehr so \”BRD-arroganten\” Gesamtdeutschland kennenzulernen, wo es offenbar trotz eines absurden Pseudo-Sozialismus dann doch die eine oder andere GUTE NEBENERSCHEINUNG gegeben hatte: man hatte improvisiert, kreativ zusammengearbeitet, und \”den Arsch hochgekriegt\”, weil es nicht immer überall alles dreifach in Plastikfolie eingepackt gab. Trotzdem: Wenn wir den Schuß nicht endlich hören, heißen unsere Stadien bald nicht bloß nur \”AOL-\” oder \”COMMERZBANK-Arena\”, oder privatisierte Krankenhäuser gehen pleite (!!!), sondern dann wird irgendwann auch die Atemluft kommerzialisiert. Oh -das war jetzt wohl wirklich ´ne übertriebene \”Luftnummer\”… ;)
Lg, Jörg
Januar 3rd, 2007 @ 12:20
@rauti
Rauti, das mit der Selbständigkeit ist ja so ein schöner Gedanke, nur leider völlig an der Realität vorbei. Es ist nämlich alles andere als einfach, sich mal »so eben« selbstständig zu machen - der Schritt in die Selbständigkeit ist immer mit einem hohem finanziellen Aufwand verbunden, den kann ein Arbeitsloser ohne Eigenkapital schon gar nicht leisten. Ich weiß nicht woher Du das hast; daß unser Staat die Selbständigkeit sozial absichern (das würde ja die Zahlung eines Grundeinkommens bedeuten), geschweige denn, in irgeneiner Form fördern würde. Die Streichung sämtlicher Existenzgründungs-darlehen und die Durchsetzung von Basel2 sprechen doch eine ganz andere Sprache. Schön, wenn sich jeder seinen Fähigkeiten nach selbst »verwirklichen« könnte, der Staat dies über die Zahlung eines Grundeinkommens absichern würde - doch dies bleibt leider zunächst eine Utopie, erst recht in Deutschland.
Wie´s um die Selbständigkeit in Deutschland bestellt ist, kann man auch auf amysante Art und Weise im aktuellen Brandeins-Schwerpunkt nachlesen:
»Der deutsche Kampf gegen die Selbstständigkeit«
http://www.brandeins.de/home/inhalt_detail.asp?id=2205&MenuID=8&MagID=83&sid=su8416820829482154
Schönen Gruß,
Marcus