Buschka entdeckt Deutschland

Subway zum Schlachthof

Gespeichert unter: Allgemein — 9. Oktober 2008 @ 13:20

Gestern abend schlugen im Wiesbadener Schlachthof die Flammen aus dem Boden! Die Mittelalter-Düster-Rocker “Subway To Sally” waren zu Gast! Sie sind schon irgendwie mit der “Geschichte von B.e.D.” verbunden: Zuerst war mir vor Jahren auf der “Pop Komm” ein “Metal Hammer”-CD-Sampler hinterhergeschmissen worden, auf dem ich zum ersten Mal ein Stück von “Subway To Sally” hörte. Ich fand die Stimme von Frontmann Eric Fish damals ziemlich gewöhnungsbedürftig. Unterwegs in Deutschland, in Jans Auto, nudeln aber seit Beginn unseres Projekts die S.T.S.-Alben rauf und runter - und inzwischen hab ich mich nicht nur “dran gewöhnt”, sondern höre die Sachen echt gern. Die Stücke haben zwar eine bewußt altertümliche, manchmal (gekonnt) “beschwerliche” Sprache (allerdings hört man hier kein Mittelhochdeutsch wie bei “In Extremo”), erzählen von Leid, Tod, Wollust, Haß und Verderben, sind dabei aber nicht so schwermütig, daß man auf der Fahrt im Handschuhfach schon nach den Rasierklingen kramt. Besser noch: sie erzählen auch mal vom Tanz und schwärmen von der Liebe.

Die Dame und sechs Herren aus Brandenburg bespielten gestern abend rund zwei Stunden lang ihre dunkel gekleidete Fan-Schar.
“Subway To Sally” sind spätestens seit dem 15. Februar auch dem Massenpublikum bekannt - sie gewannen dieses Jahr Stefan Raabs “Bundesvision Song Contest”.

Sänger Eric Fish intonierte mit besagt eindringlicher Stimme u.a. jede Menge Stücke des 2007er Albums “Bastard”, spielte dabei selbst auch mal Flöte und sogar Dudelsack, und erzählte zwischendurch kurze Geschichten.
Die neueren Kompositionen kenne ich zwar noch nicht so gut, aber den fetten Opener “Meine Seele brennt” (passend dazu schlug rammsteinig die Pyro aus dem Boden), “Knochenschiff” und “Auf Kiel” konnte ich mitsingen.

Ein bißchen an Farin Urlaub erinnernd, animierte Eric Fish die Fans beim “Nord Nord Ost”-Stück “Sieben” zum lauten Zählen, und verlangte von der Crowd zu diversen Songs immer wieder “den Schrei”. Die Instrumente sind nicht so ausgefallen wie bei Mittelalter-Bands wie “Schandmaul” oder “Schelmish”, aber die eine oder andere liebevolle Sonderanfertigung - wie auch die Geige - gab´s zu bewundern und zu hören.

Die Stimmung war super, “Subway To Sally” hat mir live auch musikalisch sehr gut gefallen!
Für´s Auge gab´s neben der üblichen Lightshow und besagten Feuerspielereien (Eric Fish brachte zudem zeitweilig auch mal zwei Fackeln neben dem Mikro an) vom Beamer noch nette Animationen zu sehen.

Einer der Höhepunkte war der “Herzblut”-Klassiker “Kleid Aus Rosen”, bei dem Herr Fish an attraktive Damen aus den vordersten Reihen gleichnamige Blumen verteilte. Die Hymne “Meister, Meister, gib mir Rosen…” in der heimischen Konzerthalle war schon ein echtes Erlebnis!
Unter den Zugaben war dann endlich auch mein Lieblingsstück “Veitstanz”. Ein toller Abend, zufriedene schwarzgekleidete Menschen um mich herum - es waaar de Wahnsinn.
Ich geh´mir jetzt auch ´ne Kutte kaufen und empfehle mich. ;)

Bericht: Jörg Buschka
Fotos: Katrin Kaufmann

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