Verlogene Sprachregelung
Immer wieder muß ich mir in TV-Reportagen und Nachrichten die platte pauschale Bezeichnung “Drogensüchtige(r)” anhören. So wie gerade im Moment, wenn über die Eltern des verstorbenen kleinen Kevin aus Bremen berichtet wird…….
Die “drogensüchtige Mutter”, der “drogensüchtige Vater”. Das stigmatisiert so herrlich einfach und endgültig (aber verrät dabei mit keinem Wort, von WELCHEN Drogen die Betroffenen abhängig sind!!). Es wird ganz nebenbei unter den Tisch gekehrt, daß in unserem Land haufenweise “drogensüchtige” Alkoholtrinker leben. Das war aber schon immer fast schon chic und politisch korrekt… AlkoholMIßBRAUCH kann wohl mit keinen Mitteln der modernen Gesellschaft bekämpft werden. Weder in Form der Zugänglichkeit, und schon gar nicht in den Köpfen… Breiter Alkoholmißbrauch ist die konsequente Folge des ursprünglichen Grunds seiner Existenz (als “Feuerwasser”): Politische Macht (Nein, ein Gläschen Rotwein und ´n harmloses Schöppsche meine ich nicht!!). Und Alkohol bringt -wie Tabakartikel- fette Steuern ein…
Als ich für den SWR 2003 einen TV-Magazinbeitrag über eine Eifeler Drogensoko gedreht habe, war der Eifer nicht zu übersehen, mit dem man THC-haltigen Drogen auf der Spur war (und natürlich auch völlig zu Recht Hartem wie Heroin (da möchte ich jetzt auch bitte nicht falsch verstanden werden!)), aber mein paralleles Gespräch mit einem Streetworker brachte vielmehr zu Tage, daß ein erschreckend verbreiteter Jugendalkoholismus die eigentliche Bedrohung ist! Daß die Soko ausgerechnet in BITBURG “stationiert” war… …Ironie at it´s best…
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