Buschka entdeckt Deutschland

Wer erklärt uns den Bach??

Gespeichert unter: Allgemein — 16. September 2006 @ 12:07

Hier kommt mein erster Aufruf (an die inzwischen schon 5 regelmäßigen Blog-Besucher ;) ).
Da ich mit meiner Sendung auch einen kommunikativen Bogen zwischen gemütlichem Stammtischhalbwissen (ausnahmsweise NICHT abwertend gemeint) und dem emsigen Sauseschritt-Imageraum/ Horizont eines interessierten Harald Lesch-Zuschauers (BR Alpha Centauri) schlagen will, bitte ich die werten Besucher hiermit um kurze, knappe Erklärungen, die die Welt braucht: WAS läßt Deutschland zur Zeit so den Bach runtergehen?…..

Kann man wirklich aus “gefährlichem Halbwissen” zusammengeschustert einfach herunterbrechen, der Staat “gehöre” wegen der 100te Milliarden Euro Schulden sowieso den Banken und der Großindustrie, und er erlasse infolgedessen als “Marionette” eben diesen die nahezu alle Steuern, weshalb nun die entstandenen Finanzlöcher beim “kleinen Mann” gestopft werden sollen?? Steuern wir wirklich DESHALB mit rasender Geschwindigkeit schön weiter auf eine Katastrophe zu, weil Großbanken und Hedgefonds über nationale Interessen hinweg aus Angst vor “Feindlichen Übernahmen” nicht nur “über Leichen gehen”, sondern auch in Form von Investmentfonds (bei denen meist oft ohnehin knapp besetzte Betriebe aufgekauft und innerhalb weniger Jahre noch weiter “verschlankt” und dann SO weiterverkauft werden) mehr und mehr “heiße Luft” als wirkliches Fundament verkaufen können -die “Schlange” deshalb inzwischen nicht nur Andere beißt, sondern bei ihrem eigenen Schwanz angekommen ist?? Beginnt das Übel, jene “Wirtschaftstheorie” gemäß der Globalisierung weiterverfolgt, vielleicht also schon in China, wo (per se) verantwortungslose Aktiengeschäfte auf den Rücken illegaler Bergarbeiter ausgetragen werden, die dort jährlich zu Tausenden in unsicheren Minen ihr Leben lassen? Müssen wir deshalb den Freien Markt nicht doch wieder etwas besser kontrollieren? Wird für uns “alles wieder gut”, wenn die Chinesen sich wirtschaftlich emanzipieren und entsprechend die Preise erhöhen? Oder sind dann eben halt für die nächsten Jahre die Mongolen “dran”? Und WIE/ WAS wäre “besser”, und WER rockt das Haus? Kommen wir damit vielleicht wieder zum Thema Extremismus und Fundamentalismus, weil Macht nunmal am besten dann ausgeübt werden kann, wenn begeisterte Massen dahinterstehen? Und welche “Begeisterte Masse” sind WIR eigentlich?? Ist der “Neoliberalismus” wirklich an allem schuld? Und wenn ja, wie erklärt man das möglichst dennoch neutral einer Mehrzahl von 18jährigen Neuwählern, deren Lebenswirklichkeiten ganz anders gewichtet sind?
Es nützt nichts, wenn diese Themen hochgestochen und versiert ausformuliert bei den oberen 10.000 herumschwirren. Es muß möglich sein, ohne zu polemisieren, eine “mittlere Kommunikationsebene” zu schaffen. Eine Idee in diese Richtung sind vielleicht die sog. “Kinder-UNOs” in einigen deutschen Schulen, die nach dem Vorbild der New Yorker Weltorganisation schon früh die “großen Brocken anpacken”. Jedenfalls muß Politik wieder vom Volk verstanden werden können, und sollte irgendwann so interaktiv sein, daß man ohne Schwarz-Weiß-Malerei Roß und Reiter nennt, anstatt unbequeme Probleme weiterhin zu verwässern. Auch unsere Freunde vom Chaos Computer Club sind darum bemüht, nicht bloß “rumzuhacken”, sondern aufzuklären, und sogar neue Kommunikationsmodelle zu erschließen. Dazu muß jedes Medium seinen Beitrag leisten. Natürlich nervt es, wenn z.B. Musiker zuviel “Politik-Scheiß seiern”. “Volks-Schriftsteller” wie Max von der Grün haben gezeigt, wie komplexe Zusammenhänge verantwortungsvoll “heruntergekocht” werden können, so daß Jeder mitreden kann.

Also: Wer erklärt uns, warum´s wirklich klemmt?

6 Kommentare »

  1. Schorsch:

    .. ei ganz klar des Wasser lasse die de Bach runner gehe.

  2. joerg:

    …und? Wo ist die Erklärung?

  3. Schorsch:

    Die Frage ist falsch gestellt. Frei nach Dieter Nuhr lautet die Antwort : ” Das mit der Demokratie wurde falsch verstanden. Man darf eine Meinung haben - man muss es nicht. Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten”. Dieser Sozi Gedanke ist so zielführend wie eine Gesamtschule auf der der letzte Depp kapieren muss was los ist. In einem Reisebus lenkt der Fahrer und nicht die 60 Passagiere. Was sagt und das ? Richtig, nur eine solide Diktatur kann das Steuer noch rumreissen. Damit der Busfahrer wieder richtig was zu tun hat, wäre es also Sinnvoll die vielen Arbeitslosen “wieder einmal” zum Bau von Autobahnen einzusetzen… Mit einer Schaufel und Spitzhacke in der Hand wissen die meisten was anzufangen. Und schon gehts wieder vorwärts.

  4. joerg:

    Ich würde mir grundsätzlich wünschen, daß auch mal Andere außer uns Zweien hier dieses \”unpackbare\” Thema anpacken. Werde mich also in Zukunft etwas zurückhalten, damit Viele zu Wort kommen. Aber weil´s mir in der Feder juckt: Natürlich kapiere ich, daß Dein Ruf nach \”Diktatur\” im Zweifelsfall wohl nicht wirklich ernst gemeint ist, aber 1. untermauert er nicht Deine Behauptung, meine Frage sei falsch gestellt (siehe: aktueller mieser ZEW-Konjunkturindex!!), 2. Du weißt schon, daß das mit der Autobahn überhaupt nicht Hitler´s \”Baby\” war und zudem nicht wirklich die Arbeitslosigkeit beseitigen konnte!?? und 3. wäre es vielleicht mal einen Gedanken wert, \”Die Arbeitslosen\” nicht nur als einsetzbare Größe zu sehen, sondern ihre Existenz anhand der aktuellen Situation neu zu hinterfragen: a) Sind Arbeitslose bei immer weiter fortschreitender Industrialisierung und daraus resultierender Rationalisierung nicht vielleicht sogar logische Konsequenz (also \”ganz normal\”) und sollten in einem solchen Gesellschaftskonzept ggf. auch alternative \”Daseinsberechtigung\” anstatt Ächtung und Denunziation (siehe Umgang mit Sozialhilfeempfängern in einschlägiger Presse) erfahren, und sollte b) die unterste Existenzsicherung DANK DER INDUSTRIALISIERUNG (= Maschinen können für uns alle die \”Drecksarbeit\” machen und uns entlasten; also das alte griechische Prinzip der Demokratie auf der Grundlage von zeitgemäßen \”automatischen Sklaven\”!??) nicht sogar grundsätzlich vom Leistungsprinzip abgekoppelt werden, so daß \”die Maschinen\” uns allen zugute kämen? Haben nicht viele engagierte Hirne auf unseren vermeintlich \”allgemeinen Wohlstand\” hingearbeitet, so daß sich einzelne immer dichter fusionierende Holdings eigentlich nicht allein die Taschen mit daraus resultierender Kohle vollstopfen DÜRFTEN?
    Ist falsch verstandene Arbeitslosigkeit nicht vielmehr sogar ein gutes Mittel, die Löhne immer weiter zu drücken? Wenn Arbeitslosigkeit also eigentlich \”logisch\” ist (und vielmehr nach Neudefinierung des Leistungsprinzips verlangt), aber im Gesamtkontext nicht richtig gewertet wird, haben dann \”die Heuschrecken\” also nicht weiterhin ein Interesse daran, daß die Arbeitslosigkeit ansteigt, damit sie durch Billigarbeiter Profit und Machtpotenzial schöpfen können?
    Und wie sind in diesem Zusammenhang scheinbar \”heilbringende\” Konzepte -noch dazu in einer angesehenen Wirtschaftszeitschrift präsentiert- zu werten??
    Als vor ca. einem Jahr in der BRANDEINS die Frage thematisiert wurde, ob man nicht lieber Allen ein Grundgehalt zahlen sollte (ohne Gegenleistung, weil das u.a. sogar günstiger wäre als die momentane Bürokratie mit HartzIV etc.; also einerseits tatsächlich Geld OHNE DAFÜR ARBEITEN ZU KÖNNEN, aber andererseits würden die Bedingungen für die Arbeitenden (und für \”das Kapital\”) dann entspannter; …ein schöner \”neoliberaler Gedankentrick\”??), hat mir Oskar Lafontaine im kurzen Zwiegespräch auf meine Frage nach seiner Meinung dazu geantwortet, sowas \”käme in seinen Konzepten nicht vor\”. Man müsse für seinen Lohn auch arbeiten. …also was nu? Arbeit neu definieren?

    Also: wer erklärt uns den Bach?

  5. Schorsch:

    … also wenn ich mir das so durchlese, auch deinen Text. Dann ist klar was fehlt : Der Blick fürs wesentliche!

  6. joerg:

    Du behauptest einfach Irgendwas ohne Begründung.
    Nutz´Deine Energie lieber mal, uns endlich \”den Bach\” zu erklären.

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